Selbstjustiz in Guatemala: Ein wütender Mob hat in fünf Menschen gelyncht, die nach einem Erdbeben mehrere Häuser geplündert haben sollen, während ihre Bewohner in Notunterkünften schliefen. Der Vorfall ereignete sich nach Polizeiangaben vom Freitag (Ortszeit) in der am stärksten von dem Beben in der vergangenen Woche betroffenen südlichen Gemeinde Santa María de Jesús.

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Die Einwohner hätten fünf Menschen geschlagen und gelyncht, die sie des Diebstahls beschuldigten, sagte ein Polizeisprecher. Der Mob warf den Männern demnach vor, im Schutz der Dunkelheit in Häuser eingebrochen zu sein, deren Bewohner in Notunterkünften oder bei Verwandten schliefen, und sie geplündert zu haben. 

Angebliche Plünderer sollen mit Benzin übergossen worden sein

Die zerstörte El Calvario Kirche in Santa Maria de Jesus nach dem Erdbebeb in Guatemala.
Die zerstörte El Calvario Kirche in Santa Maria de Jesus nach dem Erdbebeb in Guatemala.© AFP | EDWIN BERCIAN

Ein in Onlinediensten veröffentlichtes Video zeigt, wie ein am Boden liegender Mann geschlagen und dann mit Benzin überschüttet und angezündet wird. 

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Guatemala war seit Dienstag durch mehrere Erdstöße mit einer Stärke von bis zu 5,7 erschüttert worden. Durch das Beben kamen sieben Menschen ums Leben. In der 27.000 Einwohner zählenden Gemeinde Santa María de Jesús, wo viele Angehörige der indigenen Maya leben, wurde nach Angaben des Bürgermeisters etwa die Hälfte aller Gebäude beschädigt.

Selbstjustiz in Guatemala weit verbreitet

Selbstjustiz ist in Guatemala weit verbreitet und eine häufige Reaktion auf die Straffreiheit, die von Kriminellen oft ausgenutzt wird. Zwischen 2008 und 2020 wurden in dem mittelamerikanischen Land nach Angaben von Aktivisten 361 Menschen durch Selbstjustiz getötet.

AFP/jle