Pizzabacken, ein Geschwisterkind bekommen – oder aber auch ein Bein brechen: „Conni mit der Schleife im Haar“ erlebt so vieles, was Kindern auch im realen Leben bevorsteht. Und so sind seit dem ersten Pixibuch von 1992 ganze Generationen mit dem fröhlich blonden Mädchen aufgewachsen.

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Ob sich Kinder und Jugendliche auch für die Maskendeals von Jens Spahn interessieren? Wohl nicht. Und dennoch wandelt der Kinderstar plötzlich in der Welt des Politischen – und in dieser auch gerne am rechten Rand. Auf Plattformen wie X und Instagram wurde Conni nämlich zuletzt für Memes instrumentalisiert. „Meine Freundin Conni rechnet Jens Spahn seine Milliardenverluste vor“, steht auf einem Bild geschrieben, auf dem X-Nutzer ein erbostes Mädchen mit einer langen Rechnung sehen, die sie einem weinenden Mann mit Brille vorliest. Auf einem anderen Meme lässt der Bundeskanzler Conni „die Drecksarbeit“ machen, was als Anspielung auf Merz‘ Äußerung zur US-Bombardierung auf iranische Atomanlagen zu verstehen ist.

Dass sich die Internetgemeinschaft mit dem Gesicht des Kinderlieblings über die aktuellen Entwicklungen amüsiert, ist kein Einzelfall. Zahlreiche dieser Memes fluten gerade die Plattformen. 279.000 Follower zählte Anfang Juli eine entsprechende Seite auf Instagram, wie die Wirtschaftswoche berichtet. Mittlerweile wurde der Account gelöscht.

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Conni-Memes: Verlag wehrt sich

Hintergrund könnte eine Ankündigung von Carlsen sein, in dem Conni verlegt wird. „In vielen Fällen handelt es sich hier um unwissentliche Verletzungen von Urheber-, Marken- und/oder Titelrechten“, moniert der Verlag in einer auf der Webseite veröffentlichten Stellungnahme. Für keines der im Umlauf befindlichen Memes gebe es eine Genehmigung oder Freigabe. „Der Verlag distanziert sich von menschenverachtenden, rassistischen, gewaltverherrlichenden und pornografischen Verwendungen der Conni-Figur und lässt im gegebenen Fall rechtliche Schritte prüfen.“ Man unternehme „anwaltliche Schritte“, bestätigte eine Rechtsvertretung des Verlags der Wirtschaftswoche.

Das Netz allerdings zeigt sich wenig beeindruckt. Prompt ploppte ein neues Meme auf, in dem Conni dem Carlsen Verlag die Pressefreiheit erklärt. Inwieweit die Verwendung der Figur gegen das Urheberrecht verstößt, gegebenenfalls sogar justiziabel ist, wird eine gerichtliche Auseinandersetzung abschließend zeigen.

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Was sind Memes? Ein Experte erklärt

In dem Begriff Meme steckt das griechische Wort für „nachahmen“ oder „imitieren“. Memes stellen Bekanntes aus der Alltagskultur humorvoll in einen neuen Zusammenhang. Dabei kommt es zu einer Kettenreaktion: Eine Person erstellt das erste Meme, andere greifen die Idee in weiteren Varianten auf. Die Verbreitung geschieht „mal durch Algorithmen, mal durch Zufall“, Marcel Lemmes, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Tübingen.

Auch die Parodien der Conni-Cover kann man laut Lemmes als Meme-Trend betrachten. Durch ihre Bekanntheit eigneten sie sich dafür gut. Hinzu komme ein Nostalgiefaktor, da viele Internetuser die Bücher mit ihrer Kindheit verbänden. Schwarzer Humor spiele ebenfalls eine Rolle, da viele der Neuschöpfungen im Gegensatz zur heilen Welt der Conni aus den Büchern ständen.

Conni hat schon mehrere Wellen von Memes mitgemacht. Das hat nach Auskunft von Lemmes damit zu tun, dass sich verschiedene Kreise dieses Stoffes bemächtigten: „Die früheren Conni-Memes wurden eher von politisch links orientierten Gruppen eingesetzt, um auf humoristische Art und Weise Inhalte zu verbreiten.“ Dabei seien sie auch oft für Gesellschaftskritik genutzt, später in Studierendenkreisen wiederentdeckt worden. Neue Plattformen wie TikTok könnten die Erschließung der Memes für neue Gruppen begünstigen, in dem Fall etwa für Jüngere.

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Nach einer kleinen Pause erleben die Conni-Memes wieder einen neuen Boom. Für Lemmes liegt ein Grund darin, dass sie sich durch KI mittlerweile sehr schnell erstellen lassen. Dafür gibt es im Internet sogar Anleitungen. Auch Firmen beteiligten sich an dem Trend. Das sei im Marketing durchaus gängig. „Conni bietet sich hier gerade für deutsche Unternehmen jedoch besonders an, da es sich einerseits um ein originär deutsches Meme-Format handelt. Andererseits ist Conni absolut unkontrovers.“ Dadurch sei die potentielle Fallhöhe niedriger.

mit kna