Frauen sind nicht sicher. Sie sind nicht sicher, wenn sie nachts alleine nach Hause laufen. Aber auch nicht, wenn sie tagsüber in einer Menschenmenge tanzen. Das beweist jetzt der Fall aus Frankreich. Mehr als 100 Frauen wurden dort beim Musikfestival „Fête de la Musique“ mit Spritzen attackiert. Was sich darin befand, ist noch unklar, da die Opfer aber über Unwohlsein klagten, wird von K.O.-Tropfen ausgegangen.

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Sogenannte „Needle Spiking“-Attacken sind nicht neu. Die gab es auch in deutschen Großstädten, wo Frauen in Clubs mit Spritzen angegriffen wurden. Der Einsatz von K.O.-Tropfen ist doppelt perfide. Zum einen werden sie hinterhältig benutzt, um Opfer schnell willenlos zu machen. Zum anderen sind K.O.-Tropfen nur kurz nachweisbar. Verlässliche Zahlen zu ihrem Einsatz liegen daher nicht einmal dem Bundeskriminalamt vor.

Alina Juravel ist Redakteurin im Ressort Leben der FUNKE Zentralredaktion.
Alina Juravel ist Redakteurin im Ressort Leben der FUNKE Zentralredaktion.© privat | Privat

Besonders bitter: Wirkstoff für K.o.-Tropfen noch immer frei verkäuflich

Wie erbärmlich die Behörden beim Schutz von Frauen hinterherhinken, zeigt die Tatsache, dass der der Wirkstoff Gamma-Butyrolacton in vielen Ländern, darunter auch in Deutschland, noch immer frei verkäuflich ist – obwohl längst bekannt ist, dass er als K.O.-Macher eingesetzt wird. Laut dem Bundesgerichtshof zählen K.O.-Tropfen zudem nicht als gefährliches Werkzeug, obwohl sie potenziell tödlich wirken können.

Der Kampf gegen sexuelle Gewalt kann daher nur gelingen, wenn die Gesetzeslage verschärft wird. Statt Frauen zu vermitteln, dass sie für ihren Schutz verantwortlich sind, müssen die Täter härter bestraft werden. Dass der Bundesrat den Einsatz von K.O.-Tropfen nun strenger ahnden und das Mindeststrafmaß bei Delikten auf fünf Jahre Freiheitsstrafe setzen will, ist richtig, aber überfällig. Es braucht zudem mehr Bereitschaft, das Gesetz schnell umzusetzen. Alle Behörden müssen an einem Strang ziehen, um Frauen besser zu schützen.