Wer bei Amazon Prime Video entspannt einen Film oder eine Serie schauen will, braucht ab sofort stärkere Nerven – beziehungsweise mehr Geduld. Wie das Fachmagazin Adweek berichtet, hat Amazon die Werbezeit pro Stunde fast unbemerkt verdoppelt: Statt der bislang üblichen zwei bis dreieinhalb Minuten laufen nun vier bis sechs Minuten Werbung pro Stunde.

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Diese Änderung betrifft alle Prime-Mitglieder, die das werbefinanzierte Standardangebot nutzen, also die große Mehrheit der weltweit rund 150 Millionen monatlich aktiven Nutzerinnen und Nutzer. Öffentlich kommuniziert hat Amazon diesen Schritt jedoch nicht. Nur Investoren wurden bereits Ende 2024 darüber informiert, dass das Werbevolumen 2025 steigen solle.

Amazon Video: Kunden zahlen mit Zeit – oder mit Geld

Noch bei der Einführung von Werbung Anfang 2024 hatte Amazon betont, dass die Werbeunterbrechungen im Vergleich zu anderen Streamingdiensten „deutlich kürzer“ sein sollten. Dieses Versprechen gilt offenbar nicht mehr. Zwar liegt die aktuelle Werbelast im Vergleich zum klassischen Fernsehen – mit bis zu 16 Minuten Werbung pro Stunde – weiterhin im unteren Bereich. Doch im Streamingmarkt hat sich Prime Video damit ins Mittelfeld geschoben: Netflix zeigt weiterhin am wenigsten Werbung, während Dienste wie Hulu, Tubi oder Paramount+ deutlich mehr anzeigen.

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Wem die zunehmende Werbeflut zu viel wird, dem bleibt nur eine Möglichkeit: Amazon bietet seit Jahresbeginn ein werbefreies Upgrade für monatlich 2,99 Euro an, zusätzlich zur regulären Prime-Gebühr von aktuell 8,99 Euro. Damit belaufen sich die Gesamtkosten auf knapp 12 Euro im Monat.

Amazon will das Werbeerlebnis verbessern

Offiziell erklärt Amazon, man wolle das Werbeerlebnis verbessern – nicht einfach nur die Anzahl der Spots erhöhen. „Unsere Strategie zielt darauf ab, die Qualität der Werbeinhalte zu optimieren“, teilte ein Unternehmenssprecher laut Adweek mit.

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Für Werbetreibende ist das ein zweischneidiges Schwert. Zwar bietet die höhere Frequenz bessere Möglichkeiten zur Platzierung und günstigere Preise pro Werbeeinblendung. Doch Fachleute warnen: Wird die Werbelast zu hoch, könnte die Nutzerbindung leiden und damit langfristig auch der Werbeerfolg.