
Aufatmen in Köln: Kampfmittelräumer haben die drei großen Bomben-Blindgänger entschärft. Das teilte die Stadt mit. Gegen 19.19 Uhr hatten Spezialisten des Kampfmittel-Räumdienstes demnach alle Bomben unschädlich gemacht.

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Straßen und Brücken würden nun nach und nach wieder freigegeben, die Anwohner können in ihre Wohnungen zurückkehren. Mit Verkehrsbehinderungen müsse noch eine Weile gerechnet werden. Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker dankte allen Beteiligten, „die die größte Evakuierungsaktion in Köln seit 1945 so herausragend professionell durchgeführt haben“.

20.000 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen
Zuvor hatten mehr als 20.000 Menschen ihre Wohnungen in einem 1.000-Meter-Bereich rund um die Fundstelle im Stadtteil Deutz verlassen müssen. Betroffen waren unter anderem auch mehrere große Unternehmen, neun Schulen und 58 Hotels. Ein Verweigerer, der seine Wohnung nicht verlassen wollte, verzögerte die Entschärfung. Auch in Deutz musste noch eine Person in Sicherheit gebracht werden.
Rund um die Fundstelle hatten die Behörden einen Sicherheitsradius von 1000 Metern gezogen. Die Ansage lautete: Dieser Bereich muss menschenleer sein, bevor die Bomben entschärft werden können. Wenn es irgendwann soweit ist, sollen sich in der gesamten Evakuierungszone nur noch zwei Experten der Kampfmittelbeseitigung aufhalten. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ordnungsamtes gingen dazu von Haus zu Haus und überprüften, ob wirklich alle Wohnungen leer sind.
Heute, 4. Juni, werden die Weltkriegsbomben in Deutz entschärft, die am Montag gefunden wurden.
— Stadt Köln (@Koeln) 4. Juni 2025
Ab 8 Uhr beginnen wir mit der Evakuierung des Gefahrenbereichs und den Straßensperrungen.
Alle Infos gibt's auf https://t.co/eqvLT8Df5k pic.twitter.com/4IttK9JeSz
Größte Evakuierung in Köln seit 1945: Bombenfund legt Innenstadt und Bahnverkehr teilweise lahm
In ganz Nordrhein-Westfalen würden pro Jahr 1500 bis 2000 Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden, von den großen Kalibern so wie jetzt in Köln etwa 200 pro Jahr, sagte Kulschewski.

Die Kölner Innenstadt sei die am dichtesten besiedelte in ganz Europa, sagte Ralf Mayer, Leiter des Kölner Ordnungsamtes, im ARD-„Morgenmagazin“. In der Sperrzone liegen ein Krankenhaus, zwei Alten- und Pflegeheime, viele Museen und der Fernsehsender RTL. Der Kölner Dom sowie der Hauptbahnhof befinden sich nicht im Evakuierungsbereich, wohl aber die auf diese zuführende Hohenzollernbrücke, die meistbefahrene deutsche Eisenbahnbrücke. Die Deutsche Bahn rechnet deshalb mit „erheblichen Einschränkungen im Nah- und Fernverkehr in Nordrhein-Westfalen“, zumal auch der Bahnhof Köln-Messe/Deutz gesperrt ist.
Personenzüge dürften nach 8 Uhr zunächst weiter über die Hohenzollernbrücke fahren, hielten allerdings nicht im Bahnhof Köln Messe/Deutz, teilte die Bahn mit. Einige Züge müssen vielleicht umgeleitet werden, einzelne Zugausfälle seien ebenfalls möglich. Mit Beginn der Entschärfung werde die Hohenzollernbrücke dann gesperrt. Ab diesem Zeitpunkt könne der Kölner Hauptbahnhof dann nicht mehr aus Richtung Deutz angefahren werden. Auch die Schifffahrt auf dem Rhein muss vorübergehend pausieren. Der Luftraum wird kurzzeitig für den Zeitpunkt der Entschärfung selbst gesperrt.
Konzertausfälle und -verschiebungen: Auftritt des Komikers Tedros „Teddy“ Teclebrhan verlegt
Die Kultur ist ebenfalls betroffen: Einrichtungen wie das Museum Ludwig und das Wallraf-Richartz-Museum schließen. Das Hänneschen-Theater hat die Familienvorstellung am Nachmittag abgesagt.
Die Kölner Philharmonie geht erst einmal davon aus, dass die Abendvorstellung stattfinden kann - sollte sich die Entschärfung bis nach 16 Uhr hinziehen, werden alle Kartenkäufer per Mail informiert, dass ihr Konzert ausfällt. Die Lanxess-Arena verlegte einen Auftritt des Komikers Tedros „Teddy“ Teclebrhan vorsorglich auf Sonntag.
lou, jst/dpa



