Wer sich in den „Sarco“ – entlehnt dem ägyptischen Sarkophag – legt, kann per Knopfdruck Stickstoff in die Kapsel einleiten. Ohne dass es Hilfe von außen bedarf, kann das eigene Ableben eingeleitet werden. Doch das Konzept der Schweizer Sterbehilfeorganisation „The Last Resort“ ist umstritten. Im September vergangenen Jahres kam der „Sarco“ erstmals zum Einsatz. Eine 64-Jährige nahm sich in einem Wald in der Nähe von Schaffhausen das Leben.

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Unweit davon hielt sich damals auch Florian Willet, Präsident der Sterbeorganisation, auf. Nicht einmal ein Jahr nach dem ersten Einsatz des Gerätes nimmt er sich selbst das Leben. Er wurde 47 Jahre alt. Die Staatsanwaltschaft Schaffhausen bestätigte den Tod.

Sie ermittelte gegen Willet (47) und anderem wegen „Verleitung und Beihilfe zum Selbstmord“. Der Deutsche mit Wohnsitz Schweiz war nach dem „Sarco“-Einsatz im September in Untersuchungshaft genommen worden.

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Die Organisation schrieb auf ihrer Webseite, dass Willet am 5. Mai in Deutschland Suizid beging. Er sei durch die Anschuldigungen und die Untersuchungshaft traumatisiert gewesen. Er war im Dezember nach rund 70 Tagen aus der Haft entlassen worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gehen die Ermittlungen gegen andere beschuldigte Personen weiter.

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Suizidhilfe ist in der Schweiz erlaubt, wenn Helfer keine selbstsüchtigen Motive haben. Es gibt mehrere Suizidhilfe-Organisationen. Das Gerät Sarco betrachten die Schweizer Behörden als nicht rechtskonform. Die Behörden hatten die Macher von Sarco vor dem Einsatz gewarnt. Das Obduktionsgutachten des Institutes für Rechtsmedizin des Kantons Zürich liege jetzt vor, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Sie machte keine Angaben zum Stand der Ermittlungen zum Tod der 64-jährigen Amerikanerin.

Anmerkung der Redaktion

Aufgrund der hohen Nachahmerquote berichten wir in der Regel nicht über (mögliche) Suizide oder Suizidversuche, außer sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Wenn Sie selbst unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Suizidgedanken leiden oder Sie jemanden kennen, der daran leidet, können Sie sich bei der Telefonseelsorge helfen lassen.

Sie erreichen sie telefonisch unter 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de. Die Beratung ist anonym und kostenfrei, Anrufe werden nicht auf der Telefonrechnung vermerkt.

daw, dpa