Der Mount Everest ist für viele Bergsteiger ein Meilenstein. Mit 8848 Metern Höhe wird das Atmen bei den Expeditionen üblicherweise aber schnell zum Problem. Eine Gruppe aus Großbritannien hat es sich einfach gemacht und ein Hilfsmittel benutzt, um nicht unter der dünnen Luft zu leiden. Es verhalf den vier Männern, innerhalb einer Woche nach Nepal zu reisen, den Everest zu besteigen und wieder nach London zu fahren. Der Aufstieg dauert sonst mehrere Wochen.

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Allein für die Akklimatisierungsphase und Vorbereitungen am Berg sind meist zwei bis drei Wochen nötig. Insgesamt brauchen die meisten etwa neun Wochen, um es bis ganz nach oben zu schaffen. Die Gruppe junger Männer behauptet nun, es in einem Bruchteil der üblichen Zeit bis zur Spitze geschafft zu haben. Dafür nutzten sie Xenon-Gas, wie die „New York Times“ berichtet, indem sie es während des Aufstiegs einatmeten.
Einsatz von Xenon-Gas wird heftig diskutiert
Das Gas soll dafür gesorgt haben, dass sich die Männer schnell an große Höhen gewöhnt haben. Doch der Einsatz wird in der nepalesischen Regierung und unter Bergsteigern heftig diskutiert. Experten zweifeln an der Wirkung des Gases und gaben zu bedenken, dass über die Folgen der Inhalation nichts bekannt sei.
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Die Debatte drehte sich aber nicht um eventuelle gesundheitliche Risiken. Vielen stößt der Trick deshalb auf, weil es den Kern des Bergsteigens untergräbt. Dazu gehört die ausgesprochen beachtliche körperliche Leistung, die diesen Aufstieg besonders macht.
Xenon-Einsatz verstößt gegen „Ethik des Bergsteigens“
Himal Gautam, der Direktor der nepalesischen Tourismusbehörde, ist unter anderem für die Regulierung von Expeditionen in die Berge des Landes zuständig. Er sagte, der Einsatz des Gases sei „gegen die Ethik des Bergsteigens“ und würde der Tourismusbranche des Landes sowie den Sherpas schaden, die den Bergsteigern helfen, indem sie ihre Arbeitszeit am Berg verkürzen.
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Es bestehen laut „Times“ große Zweifel in der Szene daran, dass man den Aufstieg mithilfe eines leistungssteigernden Mittels für jeden und jede wie einen Kurzurlaub gestalten sollte. Hinzukommt, dass Xenon seit 2014 auf der Liste der verbotenen Substanzen der Welt-Anti-Doping-Agentur steht und nicht in allen Ländern zugelassen ist.
Touren-Anbieter wollen Xenon-Gas anbieten

Die Zweifel scheinen nicht unbegründet. Laut dem Medienbericht denken Touren-Anbieter am Fuß des Berges inzwischen darüber nach, den Aufstieg mithilfe des Xenon-Gases für Touristen anzubieten. Sein Angebot: In zwei Wochen bis zum Gipfel und zurück. „Dies kann die Zukunft des kommerziell geführten Bergsteigens auf den Mount Everest sein“, wird der Bergführer zitiert. Führt Xenon-Gas bald zu Massentourismus?
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Das Erklimmen hoher Bergen geht bei vielen Menschen mit der sogenannten Höhenkrankheit einher, verursacht durch die dünner werdende Luft, je weiter man nach oben steigt. Symptome sind Übelkeit, Kopfschmerzen und Schlafstörungen. In manchen Fällen kann die Höhenkrankheit zu Hirnschwellungen oder sogar zum Tod führen.
Ab 8000 Höhenmetern erreicht man Todeszone
Im Falle des Everests wird es ab 8000 Höhenmetern kritisch. Dann erreicht man die sogenannte Todeszone. Sie ist auch der Grund, warum vorher ein bestimmtes in tieferen Höhenlagen nötig wird.
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Je weniger Sauerstoff in der Atemluft ist, desto weniger Sauerstoff erreicht den Körper und das Gehirn. Deshalb nehmen Besteiger stets Sauerstoff zum Einatmen auf ihre Expeditionen zum Mount Everest. Beim geruchlosen Xenon-Gas bleibt der Körper mit Sauerstoff unterversorgt. Es ist aber dafür bekannt, ein Molekül zu aktivieren, das die Gewöhnung an den niedrigen Sauerstoffgehalt ermöglicht.
Wissenschaft noch unschlüssig, wie Xenon wirkt
Die Wissenschaft ist sich noch nicht sicher, wie das Xenon-Gas dies tut. Manche Experten sagen, es gebe keine seriösen Beweise dafür, dass Xenon tatsächlich wirkt.
Doch auch im Falle der vier Bergsteiger aus London war das ganze Unterfangen mit einer erheblichen Vorbereitung verbunden. Wie berichtet wurde, hätten die Männer bereits zehn Wochen vor ihrer Tour zum Everest in Hypoxiezelten geschlafen. Darin sei der Sauerstoffgehalt in der Luft allmählich gesenkt worden, um die Wanderer an die Bedingungen in Höhen zu gewöhnen.
Dieses Verfahren nutzen Bergsteiger jedoch bereits seit Jahren. Die große Neuerung sei erst bei einem Besuch in Limburg in der Nähe von Frankfurt hinzugekommen. Dort experimentierte der Arzt Michael Fries in seiner Klinik mit inhalierten Gasen. Die Briten testeten dort das Verfahren mit dem Xenon-Gas.









