Das James-Webb-Weltraumteleskop kann über 13 Milliarden Lichtjahre entfernte Galaxien entdecken. Und trotzdem steckt unser geschätzt zwei Lichtjahre großes Sonnensystem noch voller Überraschungen. So haben Wissenschaftler nun einen möglichen Zwergplaneten am Rande unserer Heimat im All entdeckt, der vor allem durch seine Größe und extreme Umlaufbahn verblüfft.

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Bereits vergangene Woche gab das für die Dokumentation von Zwergplaneten verantwortliche Minor Planet Center die Entdeckung bekannt. Der Himmelskörper mit dem umständlichen Namen 2017 OF201 wird darin als transneptunisches Objekt (TNO) bezeichnet. TNO‘s sind Himmelskörper, die noch hinter Neptun, dem äußersten Planeten unseres Sonnensystems, liegen. Laut den Forschern sei das ein weiterer Beweis dafür, dass der Kuipergürtel, eine gigantische scheibenförmige Fläche außerhalb des Neptuns, nicht leer ist.
Zwergplaneten sind Himmelskörper im Sonnensystem, die eine kugelähnliche Form besitzen und sich auf einer Umlaufbahn um die Sonne befinden, aber ihre Umlaufbahn nicht von anderen Objekten freigeräumt haben. Im Gegensatz zu klassischen Planeten dominieren sie ihre Umlaufbahn also nicht. Bekannte Zwergplaneten sind zum Beispiel Pluto, Ceres und Eris.
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Die Entdeckung wurde von Forschern an dem Institute for Advanced Study (IAS) und der Princeton University gemacht. Dafür nutzten sie kein Himmelsteleskop, sondern fortschrittliche Rechenmethoden, mit denen sie die charakteristische Umlaufbahn des Objekts am Himmel identifizieren konnten. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie auf der Forschungsplattform „arXiv“.
Die Entdecker des mutmaßlichen Zwergplaneten erinnert das Objekt an den anderen berühmten Zwergplaneten Pluto. „Das Aphel des Objekts – der sonnenfernste Punkt seiner Umlaufbahn – ist mehr als 1600-mal so groß wie die Erdumlaufbahn“, wird Sihao Cheng, Leiter des Forschungsprojekts an der IAS, in einer Pressemitteilung zitiert.
„Sein Perihel – der sonnennächste Punkt seiner Umlaufbahn – ist 44,5-mal so groß wie die Erdumlaufbahn, ähnlich wie die Umlaufbahn Plutos.“ Der Durchmesser beträgt 700 Kilometer und wäre damit nach Pluto mit einem Durchmesser von 2377 Kilometer das zweitgrößte Objekt in einer solch weiten Umlaufbahn.
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Für die weite Umlaufbahn benötigt das Objekt den Berechnungen der Forscher zufolge etwa 25.000 Jahre. „Es muss enge Begegnungen mit einem Riesenplaneten erlebt haben, die dazu führten, dass es in eine weite Umlaufbahn geschleudert wurde“, sagt Co-Entdeckerin Eritas Yang von der Princeton University. So habe es wahrscheinlich mehr als eine Etappe auf seiner Wanderung gegeben.
„Es ist möglich, dass das Objekt zunächst in die Oortsche Wolke, die entfernteste Region unseres Sonnensystems mit ihren vielen Kometen, geschleudert und dann zurückgeschickt wurde“, fügt Cheng hinzu.
Die ungewöhnliche Umlaufbahn des Objekts könnte eine beliebte andere Theorie in Frage stellen: die von einem neunten Planeten im Sonnensystem. Während die Umlaufbahn anderer Objekte hinter Neptun als Hinweis auf den sogenannten Planeten X gelesen wurden, würde der Weg von 2017 OF201 der Existenz eines solchen Planeten zuwiderlaufen.







