Über ein Jahrhundert lang galt das U-Boot USS F-1 nach einem tragischen Unglück als verschollen. Erst jetzt gelang es einem Forschungsteam, das Wrack in großer Tiefe aufzuspüren. Die Entdeckung eröffnet neue Perspektiven auf ein bislang kaum erforschtes Kapitel der US-Marinegeschichte – und erinnert zugleich an lange vergessenes Schicksale.

Erster Weltkrieg: Investitionen in U-Boote trotz geringer Bedeutung

Obwohl die Bedeutung von U-Booten im Ersten Weltkrieg noch nicht groß und ihr Einsatz nicht entscheidend für den Ausgang der Auseinandersetzungen waren, investierten sowohl europäische als auch die US-Armee in die Weiterentwicklung der Unterseeboote. Der Zweiten Weltkrieg belegt dann auf erschreckende Weise, welchen Schrecken der U-Boot-Krieg mit sich bringt.

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Die US-Armee setzte U-Boote zur Zeit des Ersten Weltkriegs vor allem für Patrouillen und zur Küstensicherung ein. Die 1912 erbaute USS F-1 war mit einer Länge von 44 Metern Bestandteil der Patrouillen- und Trainingsfahrten vor der kalifornischen Küste. Angetrieben von Elektromotoren und Batterien unter Wasser, sollte das U-Boot im Jahr 1917 auf eine Katastrophe zusteuern.

Am 17. Dezember kam es zu einem verheerenden Zusammenprall mit einem weiteren Unterseeboot. Die Beschädigungen durch die Kollision waren so stark, dass die USS F-1 innerhalb weniger Minuten sank und 19 Menschen mit in die Tiefe riss.

Eine Rekonstruktion des am Meeresgrund gefundenen U-Boots.
Gesunkenes U-Boot aus dem Ersten Weltkrieg entdeckt: Nahaufnahmen enthüllen Details des 1917 vor Kalifornien gesunkenen U-Boots USS F-1.© Woods Hole Oceanographic Institution | Woods Hole Oceanographic Institution

U-Boot USS F-1: Forscher entdecken verschollenes Wrack nach über einem Jahrhundert

Die genauen Koordinaten des gesunkenen U-Bootes gerieten nach dem Unfall in Vergessenheit. Erst im Jahr 2025 gelang es einem Forschungsteam um Bruce Strickrott von der Woods Hole Oceanographic Institution (WHOI), das Wrack in rund 400 Metern Tiefe zu lokalisieren. Mithilfe eines weiteren U-Boots sowie eines autonomen Unterwasserfahrzeugs wurden erste Bilder aufgenommen.

Sie belegen einen bemerkenswert guten Erhaltungszustand des U-Bootes – trotz der über 100 Jahre am Meeresgrund. Durch hochauflösende Nahaufnahmen, Sonarvermessungen und Videodokumentation konnte das Wrack systematisch erfasst und die Umgebung in Form präziser 3D-Modelle rekonstruiert werden.

Rührende Zeremonie: So wurde der 19 verstorbenen Soldaten gedacht

Obwohl das Wrack in der Tiefe innerhalb der Reichweite von Alvin und Sentry lag, war spezielle Ausrüstung und Erfahrung erforderlich, so Ana Michel von der National Deep Submergence Facility (NDSF). Da das U-Boot zugleich Grabstätte von 19 Männern ist, agierte das Team mit großer Sorgfalt und Respekt. An Bord des Begleitschiffs fand eine Gedenkzeremonie statt: Die Schiffsglocke erklang 19-mal, während die Namen der Verstorbenen verlesen wurden. „In Geschichte und Archäologie geht es letztlich um Menschen“, betonte Brad Krueger vom Naval History and Heritage Command (NHHC).