Kriegerische Auseinandersetzungen, Mikroplastik und Lichtverschmutzung stellen nach einer britischen Studie die wichtigsten Gefahren für Bienen und andere Bestäuber dar. Zu diesem Schluss kommen zum Welttag der Bienen Wissenschaftler der Universität Reading.

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Die Forscher haben für einen sogenannten Landmark-Report die Einschätzung von zehn führenden Bienen-Experten zusammengestellt und die wichtigsten Gefahren für die Insekten aufgelistet, wie der „Guardian“ berichtet. Sie warnen, dass sich der Verlust von Bestäuber-Insekten in den nächsten fünf bis 15 Jahren noch beschleunigen könnte.
Krieg führt zu weniger bestellten Feldern, den Bienen fehlt die Nahrung
Kriegerische Auseinandersetzungen wie in der Ukraine würde dazu führen, dass bestimmte Pflanzen nicht mehr angebaut würden, was die Nahrungsgrundlage für Bienen und andere Bestäuber reduziert. Mikroplastik kontaminiere neben anderen Tieren auch Bienenstöcke in ganz Europa. In den meisten der 315 untersuchten Behausungen seien synthetische Materialen wie PET-Plastik gefunden worden. Künstliches Licht in der Nacht erschwere für nachtaktive Bestäuber wie Motten die Sichtbarkeit von Blüten um 62 Prozent.

Rückstände von Antibiotika könnten ebenfalls Bienenstöcke und Honig vergiften und das Verhalten der Bestäuber verändern, weil es die Futtersuche und die Besuche bei Blüten beeinträchtige. Als weitere Risiken für Bienen wurde Luftverschmutzung identifiziert. Auch die in der Landwirtschaft gerade in Entwicklungsländern eingesetzten „Pestizid-Cocktails“ bedrohe die Insekten. Auch die immer häufiger auftretenden Busch- und Waldbrände bedrohten den Fortbestand der Bienenvölker.
Bienen und andere Bestäuber sind wichtig für unsere Versorgung mit Lebensmitteln
Der Verlust von Bienen, Schmetterlingen und anderen Bestäubern bedroht nach Aussagen der Wissenschaftler die Natur und die Nahrungsmittelversorgung der Menschen. Fast 90 Prozent der blühenden Pflanzen und drei Viertel der Getreide- und Hülsenfruchtarten hingen von den Insekten ab.
Die Wissenschaftler geben auch Empfehlungen, um das Problem anzugehen. KO-Autorin Deepa Senapathi sagte, wirksame Maßnahmen zum Schutz der Bienen sei kein „Nice-To-Have“-Thema für die Zukunft: „Praktische Lösungen gibt es bereits, wir könnten sie sofort umsetzen.“
Die Studie empfiehlt unter anderem strengere Regeln für den Einsatz von Antibiotika, weniger Luftverschmutzung durch den Ausbau der Elektromobilität und die Zucht von Pflanzen mit mehr Pollen und Nektar, damit die Bienen mehr Nahrung finden. Um Solarparks könnten Blumenwiesen angelegt werden, auch der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf Basis von Ribonukleinsäure, die keine schädlichen Auswirkungen auf Insekten zeigt.




