Nach dem Angriff eines Mannes auf mindestens fünf Menschen am frühen Sonntagmorgen in Bielefeld ist der mutmaßliche Angreifer in der Nacht auf Dienstag in Heiligenhaus bei Düsseldorf festgenommen worden. Das Tatmotiv ist offiziell weiterhin unklar, allerdings will „Focus Online“ aus Ermittlerkreisen erfahren haben, dass sich der mutmaßliche Angreifer gegenüber den Ermittlern per Google-Übersetzer als IS-Unterstützer zu erkennen gab.

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Am Montag hatte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Bielefeld noch bekräftigt, dass in „alle Richtungen“ ermittelt werde. Die Kriminalpolizei habe die Ermittlungen aufgenommen. Am Dienstagabend übernahm aber die Karlsruher Bundesanwaltschaft die Ermittlungen wegen eines mutmaßlichen Anschlags. Gegen den Mann bestehe der dringende Verdacht des versuchten Mordes und der gefährlichen Körperverletzung, teilte die Bundesbehörde mit. Ihm werde zur Last gelegt, mit Messern gezielt auf Gäste eingestochen und dabei vier Menschen lebensgefährlich verletzt zu haben. 

Es bestehe der Verdacht, dass die Tat religiös motiviert war und als Angriff auf die freiheitliche demokratische Grundordnung zu verstehen sei. Eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft sagte in der ARD, bei dem Beschuldigten sei ein Schriftstück gefunden worden, das auf eine religiöse Motivation schließen lasse. Die Tat sei geeignet, die innere Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland zu beeinträchtigen, hieß es von Deutschlands obersten Strafverfolgern. Die Bielefelder Kriminalpolizei setzt die kriminalpolizeilichen Ermittlungen fort.

Tat von Bielefeld: Tatverdächtiger hinterließ Tasche mit Ausweis

Dem Sprecher der Bielefelder Staatsanwaltschaft zufolge hatte es am Montagabend einen SEK-Einsatz an zwei Orten in Heiligenhaus gegeben, ein weiterer Einsatz erfolgte demnach im benachbarten Velbert. Insgesamt seien „drei Objekte“ durchsucht worden, sagte der Sprecher. Dabei wurde nach Polizeiangaben ein Mann mit syrischer Staatsbürgerschaft festgenommen, bei dem es sich „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ um den gesuchten Hauptverdächtigen handelt. Die Identifizierungsmaßnahmen dauerten in der Nacht weiter an. Zudem waren die Ermittler zu einem weiteren Einsatz im benachbarten Velbert ausgerückt, der den Angaben nach ebenfalls mit dem Angriff von Sonntag in Verbindung stand. 

Der 35-Jährige hatte laut Ermittlern am frühen Sonntagmorgen anscheinend wahllos junge Männer im Alter zwischen 22 und 27 Jahren vor einer Bar mit einer Stichwaffe – vermutlich einem Messer – angegriffen. Mindestens fünf Menschen wurden verletzt, vier davon schwer. Zwei von ihnen schwebten zunächst in Lebensgefahr, ihr Zustand habe sich dann aber stabilisiert, sagte eine Polizeisprecherin am Montagmorgen. 

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Die Opfer – sie sollen aus der Bielefelder Fußball-Szene kommen – hatten vor der Bar gestanden, in der sie feierten. Sie setzten sich bisherigen Angaben zufolge mit Schlägen zur Wehr und verletzten dabei den Angreifer. Anschließend gelang dem Angreifer die Flucht. Am Tatort ließ der aus Syrien stammende Verdächtige demnach eine Tasche zurück, in der sich Personaldokumente und eine Flasche mit einer nach Benzin riechenden Flüssigkeit befanden.

Attacke in Bielefeld: Ermittler gaben Verdächtigen zur Fahndung raus

Ermittler hatten daraufhin die Fahndung nach einem Tatverdächtigen herausgegeben. Die Behörden verbreiteten auch ein Bild des Gesuchten.

Bei dem Angriff auf die Bielefelder Fußballfans wurden fünf Menschen verletzt. (Archivbild)
Bei dem Angriff auf die Bielefelder Fußballfans wurden fünf Menschen verletzt. (Archivbild)© Christian Müller TV/dpa | Christian Müller

Der Tatverdächtige ist ein 35 Jahre alter Syrer. Er heißt Mahmoud M., ist in der syrischen Stadt Raqqa geboren, einst eine Hochburg des „Islamischen Staates“. Er soll nach Informationen unserer Redaktion erst seit wenigen Jahren in Deutschland leben und war zuletzt in einer Asylunterkunft in Harsewinkel gemeldet, westlich von Bielefeld (Nordrhein-Westfalen).

dpa/AFP/jle