Es ist ein alter Traum, der nun Realität wird: Das fliegende Auto kommt, und es kommt schnell. Bereits 1940 prophezeite der US-Autopionier Henry Ford, dass Fahrzeuge bald von der Straße abheben und in die Lüfte steigen würden. „Irgendwann wird es eine Kombination aus Flugzeug und Auto geben. Ihr könnt lachen, aber es wird kommen“, sagte Ford seinen ungläubigen Zeitgenossen.

Jeden 2. Sonntag
Ein FUNKE Liebe
Alle zwei Wochen sonntags: Antworten auf Beziehungsfragen – ehrlich, nah und alltagstauglich.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Vor ein paar Jahren griff die CSU-Politikerin Dorothee Bär, inzwischen Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, die Idee auf und kündigte an, es werde bald Flugtaxis geben. Dafür erntete sie Spott und Häme. Zwar ist das Unternehmen Volocopter, das die Flugtaxis entwickeln wollte, mittlerweile insolvent. Der Traum vom fliegenden Auto lebt aber weiter.
Dutzende Unternehmen in verschiedenen Ländern tüfteln an der technischen Umsetzung; auf der Automesse im chinesischen Shanghai standen bereits Prototypen mehrerer Hersteller an den Messeständen. Das Reich der Mitte hat milliardenschwere Förderprogramm aufgelegt. Peking will auch bei dieser Technologie führend sein. In Deutschland schläft man derweil weiter und verträumt den nächsten Meilenstein in der Geschichte des Automobils.
Von der Luftnummer zum Air Car – slowakisches Unternehmen macht es vor
Dabei braucht man nicht einmal in den Fernen Osten zu blicken, es genügt der Blick über die Ostgrenze Deutschlands: Die Slowakei beheimatet mit Klein Vision das Unternehmen, das mit der Umsetzung sehr weit fortgeschritten ist.
Schon 2026 soll das erste Flugauto auf den Markt kommen, wie Gründer Stefan Klein beim Living Legends of Aviation Gala Dinner in Los Angeles gerade ankündigte. Bis zum Herbst will das Unternehmen von den zuständigen Luftfahrtbehörden die Zulassung für Europa und die USA bekommen, im Frühjahr 2026 soll das Air Car dann verkauft werden.
- Ärger wegen Landwärme-Insolvenz: ADAC droht millionenschweres Fiasko
- Debatte um Tempolimit in Deutschland: Experte erklärt die Lust aufs Rasen
- So marode ist die Deutsche Bahn: Vorstand so selbstkritisch wie nie
- Deutsche Autoindustrie in der Krise: Experte alarmiert – Jetzt droht neue Entlassungswelle
- Bundesverkehrsminister: Wissing sagt, wie die Bahn pünktlicher werden soll
Schon in den 1990er-Jahren hatte Stefan Klein damit begonnen, seine Vision eines fliegenden Autos umzusetzen. Dabei erlebte er jede Menge Rückschläge und überlebte 2015 mit knapper Not einen Absturz mit einem Prototyp eines selbst entwickelten Aeromobils. Klein machte unverdrossen weiter und könnte nun Geschichte schreiben.

Sein Air Car soll sich auf Knopfdruck in nicht einmal zwei Minuten vom Straßenflitzer in ein Fluggerät verwandeln, verspricht Klein. Als Auto ist der Zweisitzer 5,8 Meter lang, zwei Meter breit und 1,8 Meter hoch. Als Flugauto kommen seitlich ausklappbare Flügel, ein verlängertes Heck und eine aufgesetzte Tragfläche hinzu. Das Gefährt misst dann sieben Meter und hat eine Spannweite von 8,2 Metern.
Air Car ist nichts für den kleinen Gelbeutel
Angetrieben wird das Flugauto von einem Heckpropeller. Für den Flugbetrieb wird der Motor von der Achse entkuppelt und mit dem Propeller verbunden. Der Verbrennermotor eines südafrikanischen Herstellers soll dabei in drei Leistungsstufen erhältlich sein: mit 280, 320 oder 340 PS. Während das Air Car auf der Straße bis auf 200 km/h beschleunigen kann, soll es in der Luft eine Geschwindigkeit von bis zu 250 km/h erreichen.
Drei Tanks mit einem Füllvermögen von 160 Litern ermöglichen es, dass das Air Car auf der Straße 800 Kilometer und in der Luft 1000 Kilometer weit kommt.
Einige Wermutstropfen gibt es aber auch. Zunächst die Anschaffungskosten: Je nach Motor und Ausstattung müssen Hobbypiloten für das Air Car zwischen 800.000 und 1,2 Millionen Dollar hinblättern. Bei diesem Preis dürfte selbst eingefleischte Sportwagen-Fetischisten schlucken.
Die andere bittere Pille: Der Führerschein allein reicht für das Air Car natürlich nicht. Für Luftreisen ist zwingend eine Privatpilotenlizenz erforderlich.





