- Die Taliban pochen auf strenge Regeln, insbesondere für Frauen und Mädchen
- Begründet werden die Einschränkungen mit dem Islam
- Deshalb wurde nun auch ein jahrhundertealter Sport verboten
Seit die Taliban 2021 in Afghanistan die Macht übernommen haben, werden die Regeln für die Bevölkerung immer strenger. Insbesondere Frauen und Mädchen müssen massive Einschränkungen hinnehmen. 2024 verkündete die Regierung etwa, dass Frauen künftig nicht nur in der Öffentlichkeit eine Verschleierung tragen müssen, sondern auch in den eigenen vier Wänden nicht mehr zu sehen sein sollen. Dafür soll der Blick auf „Orte, die üblicherweise von Frauen genutzt werden“, mit Mauern versperrt werden.
Auch Männer dürfen nicht alle Sportarten ausüben
Auch der Besuch von Universitäten und Parks ist Frauen vollständig verboten, genauso wie das Treiben von Sport. Wer gegen diese Regeln verstößt, muss mit schweren Repressionen rechnen, auch die Todesstrafe wird in Afghanistan vollstreckt. Männer hingegen dürfen sich sportlich betätigen, Fußball und Cricket sind sehr beliebt. Die Schachspieler in Afghanistan müssen jedoch bis auf Weiteres auf ihren Lieblingssport verzichten.
Lesen Sie auch
Laut den Nachrichtenagenturen AFP und Khaama begründet die Taliban-Regierung das vorläufige Verbot mit „religiösen Bedenken“. Diese müssten erst geklärt werden. Bis dahin ist der Sport verboten, der afghanische Schachverband wurde aufgelöst. Der Grund für das Verbot: Die Scharia verbietet Glücksspiel. Schach, beziehungsweise das Wetten auf dieses, werden teilweise als solches ausgelegt. 2014 erklärte der oberste islamische Gelehrte Saudi-Arabiens, Großmufti Scheich Abdulaziz Al al-Sheikh, in einer Fatwa, einer Handlungsempfehlung, Schach sei nicht mit dem Islam vereinbar und gar „das Werk Satans“. Ein Verbot gab es allerdings nicht.
Auch in Europa war Schach einst verboten
In Afghanistan hingegen verboten die Taliban bereits 1996 das Spiel der Könige, auch damals wurde das mit einem möglichen Anreiz zum Wetten begründet. Erst nach ihrem Sturz wurde Schach wieder erlaubt. Auch aus anderen ideologischen Gründen wurde das jahrhundertealte Spiel bereits verboten. So untersagte der kommunistische Führer Chinas Mao Zedang seinem Volk für einige Jahre Schach, weil es ein „Spiel der Bourgeoisie“ sei.
Auch interessant
Sogar im Gebiet des heutigen Deutschland war Schach eine Zeit lang verboten, zumindest für Mönche und Nonnen. Im Mittelalter untersagten verschiedene katholische Synoden das Schachspiel. All diese Verbote wurden jedoch mit der Zeit wieder aufgehoben. Ob die Taliban das Spiel der Könige zeitnah wieder freigeben, ist jedoch noch unklar.






