„Respekt“, hat man gesagt, als Stefan Raab vor gut zehn Jahren aufgehört hat im Fernsehen. Endlich mal einer, der merkt, wann es Zeit ist zu gehen, bevor es peinlich wird. Einer, der weiß, dass er nicht mehr gebraucht wird, auf dem Rummelplatz Fernsehen. Weil das meiste von dem, was er anzubieten hat, mittlerweile auch woanders zu bekommen ist – bei Youtube, Facebook, X, das damals noch Twitter heißt oder Instagram.

„Ich habe mir überlegt, ich mache wieder Shows“

„Ich möchte nicht irgendwann mal meinen Kindern erzählen müssen: Guck mal, da im Fernsehen ist der Papa, der macht da den lustigen Onkel, damit er euch was zum Anziehen kaufen kann“, hat Raab schon Jahre vor seinem Rückzug in einem Interview gesagt. Und öfter betont: „Ich kann mir nicht vorstellen, mit 50 noch im Fernsehen zu sein.“ Jetzt ist er 58. Und er ist wieder im Fernsehen. Nur nicht mehr bei ProSieben, sondern bei RTL. „Ich habe mir überlegt, ich mache wieder Shows“, hat er am Abend seiner Rückkehr gesagt.

Aufgefallen ist er seitdem vor allem dadurch, dass ihm für diese Shows nicht mehr so viel Neues einfällt. Raab boxt, er pokert oder tritt zusammen mit Bully Herbig gegen „irgendson Schnulli“ in mehr oder weniger lustigen Spielchen an. Eine krude Mischung aus „TV total“ und „Schlag den Raab“. Alter Wein in neuen Schläuchen, wenn man es denn mal freundlich umschreiben will. „Stefan wer?“, fragen Teenager der 2020er und wollen wissen: „Was will der alte Mann?“