Ein Angreifer hat in der schwedischen Stadt Uppsala drei Menschen erschossen. Der Angriff ereignete sich am Dienstagabend in einem Friseursalon der rund 60 Kilometer nördlich von Stockholm gelegenen Stadt. Der maskierte Täter konnte zunächst laut Medienberichten mit einem Elektroroller fliehen. Am Mittwoch wurde dann ein Verdächtiger festgenommen. Es bestehe Mordverdacht, sagte der Polizeibeamte Erik Akerlund am Mittwoch auf einer Pressekonferenz.

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Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich um einen 16-Jährigen, wie der zuständige Staatsanwalt Andreas Nyberg mitteilte. Die Toten sollen Medienberichten zufolge zwischen 15 und 20 Jahre alt gewesen sein. Die Polizei bestätigte das zunächst nicht. Es handle sich um einen „isolierten Vorfall“, der nichts mit den anstehenden Feierlichkeiten zur Walpurgisnacht zu tun gehabt habe.
Schweden: Hintergrund im Bandenmilieu?
Dass die Schreckenstat ihre Hintergründe im berüchtigten schwedischen Bandenmilieu hat, wollte Åkerlund auf der Pressekonferenz nicht festmachen. Vieles ähnelt aber vorherigen Vorfällen, an denen rivalisierende Gangs beteiligt waren – darunter das womöglich junge Alter der Opfer und des festgenommenen Tatverdächtigen.
Justizminister Gunnar Strömmer sprach von einem „extrem ernsten“ Vorfall. Laut dem Fernsehsender SVT handelt es sich bei einem der Opfer um einen Verdächtigen im Fall eines geplanten Angriffs auf das Familienmitglied eines Bandenchefs.

Uppsala: Drei Tote in Friseursalon – Täter flieht mit E-Roller
Uppsalas Bürgermeister Erik Pelling sagte der Nachrichtenagentur AFP, er sei „schockiert und bestürzt“ über die Ereignisse. Er sei zudem „wütend“ und „frustriert darüber, dass wir es nicht geschafft haben, das Problem besser in den Griff zu bekommen“.
Der tödliche Angriff ereignete sich einen Tag vor dem Valborg-Festival zur Walpurgisnacht, das alljährlich in Uppsala gefeiert wird. Laut Polizeisprecher Magnus Jansson Klarin werden dazu rund 100.000 bis 150.000 Besucher in der Stadt erwartet. „Die Leute sollten keine Angst haben, morgen zu kommen“, sagte der Sprecher. Für die Bevölkerung bestehe keine Gefahr.
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In Schweden herrscht seit Jahren ein Bandenkrieg um den Drogenhandel, bei dem es immer wieder zu gewaltsamen Abrechnungen kommt. Bei den Tätern handelt es sich häufig um Jugendliche unter 15 Jahren, die als Killer angeheuert werden, weil sie in Schweden noch nicht strafmündig sind.
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Im Februar erlebte Schweden den folgenschwersten Schusswaffenangriff der jüngeren Vergangenheit. Ein Angreifer erschoss in einem Bildungszentrum in Örebro zehn Menschen und dann sich selbst. Das Motiv der Tat konnte nicht geklärt werden.
dpa, afp/pvt






