Giles Pendleton ist offenbar stolz auf den Fortschritt beim Wüsten-Bau „The Line“ in Saudi-Arabien. Der Australier ist als Chief Operating Officer des Projekts verantwortlich für den Bau der Wüstenstadt. Auf LinkedIn postete er nun Bilder der Baustelle. Eine „tolle Momentaufnahme des Fortschritts“, schreibt Pendleton dazu. Die Bilder sollen angelegte Wasserleitungen, den Ausbau des Hafens und Lager für die Arbeiter zeigen. „Alles läuft gut und aus der Luft sieht man die Dinge aus einer ganz anderen Perspektive“, schreibt der COO.

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Das sehen Kritiker anders. Eine britische TV-Dokumentation sorgte vergangenes Jahr für Aufsehen, weil sie offenlegte, dass bei dem Bau der Wüstenstadt bislang bereits mehr als 20.000 Gastarbeiter gestorben sind. Die Arbeitsbedingungen auf der Wüstenbaustelle sollen grausam und unmenschlich sein. Auch ein UN-Bericht von 2023 prangerte Menschenrechtsverletzungen an.

Bauvorschritt am Wüstenprojekt The Line
Das Wüstenprojekt The Line steht immer wieder in der Kritik.© Giles Pendleton/NEOM/PR | Giles Pendleton/NEOM/PR
Bauvorschritt am Wüstenprojekt The Line
Zehntausende Arbeiter sollen in der Wüste bereits gestorben sein.© Giles Pendleton/NEOM/PR | Giles Pendleton/NEOM/PR
Bauvorschritt am Wüstenprojekt The Line
Der Bauvorschritt stockt ebenfalls, die Kosten explodieren.© Giles Pendleton/NEOM/PR | Giles Pendleton/NEOM/PR

The Line sollte ursprünglich eine 200 Meter breite und 500 Meter hohe Wüstenstadt werden, die sich nach Mohammed bin Salmans Vision über 170 Kilometer durch Saudi-Arabien ziehen sollte. „Keine Straßen, Autos oder Emissionen, sie wird mit 100 Prozent erneuerbarer Energie betrieben, und 95 Prozent des Landes werden als Naturland bewahrt“, bewerben die Macher ihr grünes Wunder. Doch explodierende Kosten, wenig Bauvorschritt und negative Berichte sorgten dafür, dass das Projekt deutlich abgespeckt wurde. Inzwischen sind noch 2,4 Kilometer geplant und statt 1,5 Millionen soll die Stadt bis 2035 300.000 Menschen Platz bieten.

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Bauvorschritt am Wüstenprojekt The Line
Das Projekt soll nun erstmal kleiner werden als ursprünglich geplant.© Giles Pendleton/NEOM/PR | Giles Pendleton/NEOM/PR
Bauvorschritt am Wüstenprojekt The Line
Doch am Ende könnte es auch komplett scheitern.© Giles Pendleton/NEOM/PR | Giles Pendleton/NEOM/PR
Bauvorschritt am Wüstenprojekt The Line
Die Zukunft des Bauvorhabens ist noch offen.© Giles Pendleton/NEOM/PR | Giles Pendleton/NEOM/PR

Dass Pendleton nun explizit den Baufortschritt lobt, ist kein Zufall. Im März dieses Jahres wurde außerdem bekannt, dass das Projekt massive Finanzierungsprobleme hat. Die Kosten könnten erneut explodieren, laut einem internen Bericht könnte sich der Ausbau bis ins Jahr 2080 ziehen. Ob das Projekt überhaupt noch eine Zukunft hat und die Wüstenbilder von Pendleton helfen, ist fraglich.

lro