Vor mehreren Zehntausend Gläubigen auf dem Petersplatz hat Papst Franziskus zu Ostern den Segen Urbi et Orbi (Der Stadt und dem Erdkreis) gespendet. Das 88 Jahre alte Oberhaupt der katholischen Kirche erschien nach der Ostermesse unter großem Jubel auf dem Balkon des Petersdoms. Den kurzen Segen sprach er mit schwacher Stimme.  Bis zuletzt war unklar, ob und in welcher Form der Papst an den Osterfeierlichkeiten würde teilnehmen können. Anschließend ließ er sich im offenen Papamobil über den Platz fahren.

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Zuvor hatte Franziskus im Vatikan US-Vizepräsident JD Vance für einige Minuten zum Gespräch empfangen. Der Stellvertreter von Donald Trump war 2019 zum katholischen Glauben übergetreten. Zu den Themen machte der Vatikan keine näheren Angaben. Ein Sprecher teilte anschließend lediglich mit: „Das Gespräch, das einige Minuten dauerte, bot die Gelegenheit, Ostergrüße auszutauschen.“ Das Verhältnis des Papstes zu Trump gilt als gespannt. 

Der Papst wurde im Rollstuhl auf den Balkon des Petersdoms gefahren. Zu den Wartenden sagte er: „Liebe Schwestern und Brüder: Frohe Ostern.“ Immer wieder ertönten Rufe „Es lebe der Papst“. Franziskus sagte während der etwa 20 Minuten ansonsten nicht viel. Seine Osterbotschaft wurde von einem Geistlichen verlesen, während er im Rollstuhl still danebensaß. Den Segen sprach er in einer verkürzten Version. Auch bei der Fahrt im Papamobil wirkte er geschwächt.

Vance in Rom
US-Vizepräsident JD Vance ist zum Katholizismus konvertiert und traf Papst Franziskus im Vatikan.© Riccardo De Luca/AP/dpa | Riccardo De Luca

Seit Beginn seines Pontifikats 2013 hat Franziskus die Osterfeier auf dem Petersplatz noch nie verpasst. In diesem Jahr hat das Fest zur Auferstehung Jesu Christi noch größere Bedeutung, weil die katholische Kirche 2025 zum Heiligen Jahr erklärt hat. An diesem Wochenende sind in Rom nach Schätzungen etwa eine Million Besucher zu Gast, darunter Gläubige aus aller Welt.

Eigentlich wollte der inzwischen zweitälteste Papst der Geschichte bei den wichtigen Terminen rund um Ostern stets dabei sein. Nun musste er sich jedoch bei allen großen Messen von Kardinälen vertreten lassen. Vor der Osternacht wurde er am Samstagabend von Helfern im Rollstuhl zu einem kurzen Gebet in den Petersdom gebracht. Die Ostermesse am Sonntag wurde vom italienischen Kardinal Angelo Comastri (81) geleitet. 

Das Oberhaupt von weltweit mehr als 1,4 Milliarden Katholiken war nach einer lebensgefährlichen Lungenentzündung vor vier Wochen aus dem Krankenhaus entlassen worden. Auf Empfehlung der Ärzte soll er sich noch schonen.

Ostern - Vatikan
Nach der Ostermesse wurde Franziskus im Papamobil über den Petersplatz gefahren.© Andrew Medichini/AP/dpa | Andrew Medichini

Osterbotschaft des Papstes: „Das Böse ist nicht verschwunden“

„Ich wünschte, wir könnten wieder zurückfinden zu der Hoffnung, dass Frieden möglich ist“, heißt es in der Osterbotschaft des Papstes. „Das Böse ist nicht aus unserer Geschichte verschwunden, es wird bis zum Ende bleiben, aber es hat nicht mehr die Vorherrschaft, es hat keine Macht mehr über diejenigen, die das Gnadengeschenk dieses Tages annehmen“, heißt es in der Botschaft weiter. Auch ging Franziskus darin auf die vielen Kriege und Konflikte auf der Welt ein: „Wie viel Todeswillen sehen wir jeden Tag in den vielen Konflikten in verschiedenen Teilen der Welt! Wie viel Verachtung wird den Schwächsten, den Ausgestoßenen, den Migranten bisweilen entgegengebracht!“

Zugleich mahnte der Papst mehr Anstrengungen für Frieden in aller Welt an. Dabei erwähnte er auch die Kriege im Nahen Osten und in der Ukraine. Ohne Religions-, Gedanken- und Redefreiheit könne es ebenso wenig echten Frieden geben wie ohne Abrüstung.

dpa/epd/fmg