Er rennt, er krabbelt – er tanzt? Der „Atlas“-Roboter von Boston Dynamics hat offenbar dazugelernt. Das zeigt ein Video der humanoiden Maschine, das das Unternehmen am Mittwoch veröffentlicht hat. In dem etwa eine Minute langen Clip führt „Atlas“ verschiedene Bewegungen vor – unter anderem den „Helikopter“, eine Tanzbewegung aus dem Breaking, auch als Breakdance geläufig.

Jeden 2. Sonntag
Ein FUNKE Liebe
Alle zwei Wochen sonntags: Antworten auf Beziehungsfragen – ehrlich, nah und alltagstauglich.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Das Video zeigt, wieder einmal: Die Tage sind vorbei, an denen menschenähnliche Roboter mühsam durch sterile Labore staksten. Der „Atlas“ bewegt sich im Video fast so flüssig wie ein Mensch, wechselt Geschwindigkeiten, führt eine Schulterrolle vor, krabbelt auf allen Vieren, schlägt schließlich noch ein Rad. Kein Keuchen, kein Stöhnen, kein Schweiß auf der Stirn. Alles begleitet vom Surren der Elektromotoren in seinen Gelenken. Wie im Film.
Die Motoren sind ein zentrales Feature der aktuellen „Atlas“-Generation. Frühere Varianten arbeiteten noch mit Hydraulik, was bei Stürzen gelegentlich dazu führen konnte, dass Hydraulikflüssigkeit durch die Gegend spritzte.
Seine Gelenke ermöglichen dem „Atlas“ Bewegungen, zu denen Menschen nicht imstande sind: Die Maschine kann etwa ihren Oberkörper um 360 Grad drehen. Auch das zeigt das Video.
Durchbruch in der Roboter-Entwicklung
Die neue Qualität der Bewegungen von „Atlas“ ist indessen das Ergebnis von Reinforcement Learning (RL), zu Deutsch bestärkendes Lernen, und Motion-Capture-Verfahren, wie sie in der Tricktechnik häufig zum Einsatz kommen. Vereinfacht gesagt, lernt eine Maschine beim bestärkenden Lernen anhand positiver oder negativer Reize aus der Umgebung. Sie passt dabei ihre Aktionen so an, dass sie mehr positive Reize bekommt.
Auch interessant
Über Motion-Capture lernte „Atlas“ menschliche Bewegungsabläufe, die der Roboter dann nach und nach verfeinerte. So entstehen besonders flüssige Bewegungen. „Atlas“ soll so sogar unebenes Gelände navigieren können und sich von Stolperern schneller erholen – letzteres ist im Video kurz zu sehen.
Ein Novum in der Roboter-Entwicklung: Bislang mussten Entwickler jeder Maschine Bewegungen einzeln beibringen. Das führte zu einem relativ begrenzten Bewegungs-Spektrum. Über die Kombination aus bestärkendem Lernen und Motion-Capture kann „Atlas“ nun selbstständig anhand menschlicher Bewegungen lernen.
Auch interessant
„Atlas“-Roboter: Der Soldat der Zukunft?
Boston Dynamics arbeitet mit dem RAI Institute zusammen, eine KI-Schmiede, die sich darauf spezialisiert hat, Roboter schlauer, beweglicher und geschickter zu machen. Die Kooperation soll „Atlas“ dazu befähigen, nicht nur Befehle auszuführen, sondern zu lernen, sich anzupassen und zu verbessern.
Das Ergebnis ist im Video zu sehen. Ein Roboter, der sich wie ein Mensch zu bewegen scheint. Das weckt unfreiwillige Assoziationen mit Kampfmaschinen aus Science-Fiction-Filmen – auch bei den Internet-Usern. „Drückt ihm ein Sturmgewehr in die Hand, verpasst ihm eine Software des Verteidigungsministeriums und schon habt ihr den perfekten Soldaten“, schreibt einer etwa in den Kommentaren.







