Es könnte ein wichtiger Schritt der Ukraine sein, um unabhängig von westlichen Waffenlieferungen zu werden. Wie Präsident Wolodymyr Selenskyj am Samstag vermeldete, hat die ukrainische Armee die weiterentwickelte Anti-Schiffsrakete Neptun erfolgreich eingesetzt. Sie könnte Russland im Schwarzen Meer ernste Probleme bereiten.

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„Es ist eine neue ukrainische Rakete, ein präziser Schlag. Die Reichweite beträgt eintausend Kilometer“, schrieb der Präsident auf seinem Telegramkanal. Nähere Angaben machte er nicht. Er bezeichnete das Upgrade als „Langen Neptun“.

Bei dem erwähnten Schlag könnte es sich um den Treffer auf die russische Raffinerie in Tuapse am Schwarzen Meer vom Freitagmorgen gehandelt haben. Das berichtete das Nachrichtenportal „Ukrajiinska Prawda“ in Kiew unter Berufung auf eigene Quellen. In der Raffinerie brannte es nach Angaben der regionalen russischen Behörden auch am Samstag noch.

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Neptun-Rakete versenkte russisches Flaggschiff im Schwarzen Meer

Wie „Forbes“ berichtet, übertreffe die „Lange Neptun“ die Vorgängerversion, die bis zu 280 Kilometer weit entfernte Ziele bekämpfen kann. Selenskyj habe demnach vor kurzem verkündet, die Ukraine wolle 2025 rund 100.000 Stück Langstreckenmunition produzieren, zu der wohl neben Drohnen auch die „Lange Neptun“-Rakete zählt.

Mit der selbst entwickelten Anti-Schiffsrakete R360 Neptun hatte die Ukraine kurz nach Beginn des Krieges im April 2022 das Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte versenkt: den russischen Kreuzer „Moskwa“. Seitdem ist die Waffe weiterentwickelt worden und hat mehr Reichweite bekommen. Nach Tests läuft die Serienfertigung Militärangaben zufolge seit November 2024.

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„Langer Neptun“ besitzt wohl größeren Sprengkopf

„United24“, eine von der ukrainischen Regierung finanzierte Informationsplattform, verglich die Werte der unterschiedlichen Modelle miteinander. Während der Sprengkopf der alten „Neptun“ 150 Kilogramm wiegt, ist der Sprengkopf der „Langen Neptun“ nach Informationen von „United24“ jetzt 350 Kilogramm schwer. Anders als der deutsche Marschflugkörper „Taurus“ wird die Rakete nicht aus der Luft, sondern vom Boden abgefeuert.

Das von Russland angegriffene Land ist auf Eigenbauten angewiesen, weil es westliche Waffen mit höherer Reichweite nur in geringer Stückzahl bekommt. Das russische Arsenal an Raketen und Marschflugkörpern ist ungleich größer.

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So funktionieren Anti-Schiffsraketen

Anti-Schiffsraketen, auch Seezielflugkörper genannt, sind spezialisierte Lenkwaffen, die entwickelt wurden, um feindliche Schiffe anzugreifen und zu zerstören. Sie können von verschiedenen Plattformen wie Schiffen, U-Booten, Flugzeugen oder landgestützten Abschussvorrichtungen abgefeuert werden.

Während des Marschflugs bewegen sich viele dieser Raketen in niedriger Höhe über dem Wasser (Sea Skimming), um gegnerische Radarsysteme zu umgehen. Zur Navigation nutzen sie eine Kombination aus Trägheitsnavigation, GPS und Radarhöhenmessern. Einige Raketen, wie die russische P-800 Oniks oder die indisch-russische BrahMos, sind sogar überschallschnell oder hyperschallschnell, was ihre Abwehr erheblich erschwert.

Beim Einschlag kann die Rakete entweder direkt auf das Ziel treffen oder knapp über der Wasserlinie explodieren, um maximalen Schaden zu verursachen. Ihre Sprengköpfe sind in der Regel hochexplosiv und panzerbrechend, um auch gut geschützte Kriegsschiffe zu zerstören. Bekannte Modelle sind die amerikanische Harpoon, die französische Exocet oder die norwegische NSM.

mit dpa