Sie waren die Band „Rosenstolz“: Peter Plate und AnNa R., die am Montag überraschend im Alter von 55 Jahren gestorben ist. Am Nachmittag meldete sich Songwriter und Sänger Plate bei Facebook – mit einem emotionalen Beitrag zu seiner verstorbenen Kollegin.

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„Ich werde unseren ersten gemeinsamen Abend niemals vergessen. Wir tranken Schaumwein, du erzähltest mir, du wolltest Jazzsängerin werden, und ich wollte Popmusik machen. Noch in derselben Nacht gingen wir zu mir und nahmen einen Song auf – ich war hingerissen von deiner Stimme, von deiner Art zu singen, von deiner Gabe, jedes unserer Lieder in die schönsten Farben zu hüllen.“

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Anna R. und Plate waren erst Lieblinge der Subkultur, später eroberten sie den Massenmarkt, gewannen Echos, Gold und Platin. Popschlager-Hymnen wie „Gib mir Sonne“ und „Ich bin ich (Wir sind wir)“ prägten den Sound der Nuller Jahre.

Rosenstolz-Sänger Plate über AnNa R.: „Als Geschwister gesehen“

Bei Facebook schreibt Plate weiter: „Wir haben uns immer als Geschwister gesehen. Was für fantastische Zeiten wir hatten! Wir haben so viel gelacht, auch geweint. Wir hielten uns fest und ließen uns los, als es an der Zeit war.“

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Zwischen 1991 und dem als „Pause“ bezeichneten vorläufigen Ende der Zusammenarbeit 2012 spielten AnNa R. und Plate zwölf Alben ein. Ihr erfolgreichstes Album „Das große Leben“ kam 2006 heraus. 

„Erst vor zwei Wochen habe ich dir geschrieben, dir zu deinem neuen Job als Poetikdozentin gratuliert – und mich von Herzen mit dir gefreut“, erzählt Plate bei Facebook. „Das hättest du großartig gemacht! Überhaupt warst du voller Vorfreude auf alles, was kommen sollte. Vielleicht ist das ein kleiner Trost.“

Rosenstolz mit Sängerin Anna R.
November 2008 in Berlin: Die Sängerin Anna R. und der Sänger Peter Plate stehen in der Columbiahalle auf der Bühne.© DPA Images | Britta Pedersen

Rosenstolz-Publikum: Auch Klaus Wowereit war darunter

Viele denken bei Rosenstolz auch an den melancholischen Hit „Liebe ist alles“ aus dem Jahr 2004. Bei den Konzerten sangen Fans vom ersten bis zum letzten Lied mit. Im Publikum tummelte sich der damalige Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit.

Auf dem Instagram-Account von AnNa R., eigentlich Andrea Neuenhofen, geborene Rosenbaum, hieß es: „Das plötzliche, unerwartete Lebensende unserer Freundin und ‚König:in‘ schockiert und verwirrt uns zutiefst.“

Auch Plate ist tieftraurig. Er beendet seinen Facebook-Eintrag mit den Worten: „Ich werde dich jede Sekunde vermissen. Danke für alles. Ich hoffe, du sitzt irgendwo auf einer Berliner Wolke – und es geht dir gut.“

dpa/dw