Es war der letzte Wunsch von Hinrich Frerichs, dass sein Vermögen für gemeinnützige Zwecke innerhalb seiner Heimatgemeinde Karlum in Schleswig-Holstein eingesetzt wird. Nach einem Bericht des Schleswig-Holsteinischem Zeitungsverlag (SHZ) vererbte der Mann der Gemeinde unter anderem vier Eigentumswohnungen und mehrere Unternehmensbeteiligungen im Wert von 1,2 Millionen Euro. Für die 220 Seelengemeinde eine Menge Geld.
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Wie Bürgermeister Werner Richardsen gegenüber der „Bild“ erklärte, erhält die Gemeinde durch das ungewöhnliche Erbe Jahreseinnahmen von rund 30.000 Euro. Demnach wurde eigens eine Stiftung gegründet, um das Geld zu verwalten. Und der erste Zweck war schnell gefunden: Ende vergangenen Jahres erhielten alle Karlumer unter 18-Jahren 300 Euro einmalig geschenkt. „Bald besprechen wir, ob sich das jährlich wiederholen soll. Ich bin da durchaus optimistisch“, sagte Richardsen gegenüber Bild.
Erben bekommen Milliarden – Staat verdient mit
Zudem habe ein Krankenhaus, ein nahegelegenes Hospiz, das Projekt Bürgerbus und ein Beratungsverein für alte und kranke Menschen eine Spende erhalten. Und das ist erst der Anfang. So sind laut „Bild“ noch weitere Projekte geplant, etwa Seniorenfrühstücke und Sommerfahrten. Zudem soll ein Spazierweg aufgewertet werden. Wer mit seinem Kind einen Schwimmkurs belegt, soll die Kosten erstattet bekommen.
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Der Fall in Karlum ist ungewöhnlich, allerdings sind die Bewohnerinnen und Bewohner des Dorfes bei weitem nicht die einzigen, die von solch einem Erbe profitieren. Mehr als 121,5 Milliarden Euro Vermögen wurden 2023 außerhalb der ohnehin großzügigen Freibeträge vererbt und verschenkt. Der Staat verdient dabei mit – durch Steuern und wenn kein Erbe gefunden wird. Denn wenn nach dem Tod keine Familienangehörige ausfindig gemacht werden können, geht das Vermögen eines Verstorbenen an den Staat. Wer sichergehen will, dass es für einen guten Zweck genutzt wird, kann das testamentarisch festlegen – so wie Hinrich Frerichs.
lro




