Frühaufsteher staunten in der Nacht beim Blick in den Himmel nicht schlecht, als gegen 4.45 Uhr morgens vielerorts ein Lichtschweif zu sehen war. Viele Bürger riefen wegen der Lichterscheinung die Polizei.

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Wie ein Sprecher des Weltraumkommandos der Bundeswehr im nordrhein-westfälischen Uedem inzwischen mitteilte, habe es um den unkontrollierten Wiedereintritt eines Teils einer Falcon-9-Rakete in die Atmosphäre gehandelt. Die Trümmerteile sind in 80 bis 100 Kilometern Höhe geflogen. Die Rakete sei am 1. Februar in den USA gestartet. Demnach gibt es keine Erkenntnisse, dass sie auf Deutschland gefallen sein könnten.

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Weltraumschrott: Das ist die Ursache

Auch der Ursprung der Trümmerteile ist bekannt: Auf seiner Internetseite gab das Raumfahrtunternehmen SpaceX des Tech-Milliardärs Elon Musk bekannt, dass um 0.21 Uhr deutscher Zeit eine Falcon-9-Rakete 23 Starlink-Satelliten in eine erdnahe Umlaufbahn gebracht hat. Bei der Falcon 9 wird die erste Raketenstufe – der sogenannte Booster – wieder gelandet. Die zweite Raketenstufe verglüht in der Atmosphäre. Derzeit lässt das Raumfahrtunternehmen alle paar Tage Falcon-9-Raketen starten. 

Nach Angaben des Weltraumkommandos der Bundeswehr können diese Raketenstufen über allen möglichen Orten der Welt verglühen – häufig passiere das über dem Meer und werde deswegen kaum bemerkt. Die in der Nacht sichtbare Raketenstufe sei irgendwo über Nordirland oder Großbritannien in die Atmosphäre eingetreten, und deswegen auch von Deutschland aus sichtbar gewesen.

Deutschlandweit zahlreiche Menschen in Sorge

„Es ist sehr, sehr selten, dass etwas den Wiedereintritt und das Verglühen übersteht“, sagte ein Sprecher des Weltraumkommandos. Deswegen komme es auch so gut wie nie vor, dass solche Raketenteile auf der Erde einschlügen. Es sei nun auch nicht zu erwarten, dass alle paar Tage so ein Schauspiel am Himmel über Deutschland auftrete, denn meistens kämen die Raketenteile eben woanders runter.

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„Ich habe zuerst an einen hellen Meteor gedacht“, sagte Hansjürgen Köhler von der UFO-Meldestelle CENAP, als sein Telefon ab 4.48 Uhr nicht mehr stillstand und Leute ihm das Phänomen schilderten. Doch diese Theorie habe er schnell wieder verworfen, erzählt Köhler, als die Anruferinnen und Anrufer erklärten, die Himmelserscheinung sei teils fast zwei Minuten lang zu sehen gewesen. Sternschnuppen sind nach ein paar Sekunden vorbei. „Aber beim Wiedereintritt von Weltraumschrott in die Atmosphäre dauert es länger, der bröselt dann auseinander und löst sich in Teile auf. Das sieht klasse aus, keine Frage.“

„Das sah aus wie ein Science-Fiction-Film“

Von Hessen bis an die Nordsee gingen Sichtungen beim CENAP ein, dem wissenschaftlich arbeitenden Centralen Erforschungs-Netz außergewöhnlicher Himmels-Phänomene mit Sitz im südhessischen Lützelbach. Die Leuchtstreifen seien dabei immer von West nach Ost über den Himmel gezogen.

Ein Mann aus dem hessischen Lichtenfels berichtete im Sender hr3, er sei gerade auf dem Feld beim Düngen gewesen, als er das Himmelsphänomen sah. „Das sah aus wie ein Science-Fiction-Film eigentlich eher – dass die Aliens landen.“ Etwas Vergleichbares habe er noch nie beobachtet. „Da hat sich was zerteilt, es haben Streifen geglüht, in Weiß und Rot und Orange, und dann ist es so langsam am Horizont verschwunden. Das war schon irgendwie phänomenal.“

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Zahlreiche Menschen haben wegen der ungewöhnlichen Lichterscheinungen in der Nacht auch die Polizei angerufen. Ein Anrufer aus Bautzen in Sachsen etwa habe von „etwas Hellem am Himmel“ oder einem „Lichtball“ berichtet, sagte ein Sprecher der Polizeidirektion in Görlitz. Sprecher der Polizeiinspektionen Magdeburg, in Stendal und in Brandenburg sagten, die Anrufer hätten sich nach den Himmelerscheinungen erkundigt. Schäden seien nicht bekannt.

Köhler von CENAP erklärte, im vergangenen Jahr seien sowohl im Frühjahr als auch im Herbst jeweils ähnliche Beobachtungen gemacht worden. „Weltraumschrott gibt es da oben genug“, sagte er. „Diese Teile kommen immer irgendwann wieder zurück, aber sie können erst einmal jahrelang dort oben sein – irgendwann werden sie von der Schwerkraft angezogen.“

daw, jst/dpa