Aquileia ist ein kleines Dorf mit rund 3.000 Einwohnern im Nordosten Italiens. Doch einst war der Ort eine mächtige Handelsmetropole im oströmischen Reich. Er lag an der wichtigen Handelstrasse Via Annia, die die Stadt mit Mailand und Rom verband.

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Nun machten Archäologen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) an diesem Ort eine große Entdeckung. Sie stießen im Erdreich auf Überreste einer frühchristlichen Basilika, die vermutlich in der ersten Hälfte des 6. Jahrhunderts unter Kaiser Justinian I. errichtet wurde.

ÖAW-Forschende entdecken frühchristliche Basilika im italienischen Aquileia
Durch geophysikalische Messungen und geoarchäologische Bohrungen stieß man nach Jahrzehnten intensiver Forschungen auf den Großbau.© ÖAW/ÖAI | ÖAW/ÖAI

Italien: Forscher entdecken Basilika und staunen über Größe des Baus

Dabei soll die spätere Basilika anfangs nur ein ganz einfacher Bau gewesen sein. Vermutlich wurde die nun aufgedeckte Basilika bereits im 4. Jahrhundert als eine typische Kirche erbaut. Erst zwei Jahrhunderte später soll sie im großen Stil zu einer dreischiffigen Transept-Basilika ausgebaut worden sein.

ÖAW-Forschende entdecken frühchristliche Basilika im italienischen Aquileia
Die ÖAW-Forscher (Foto) vermuten, dass die Basilika Teil eines größeren byzantinischen Bauprogramms unter Justinian I. war, der als römischer Kaiser von 521 bis 527 regierte.© ÖAW/ÖAI | ÖAW/ÖAI

Der ÖAW-Archäologe Stefan Groh erklärt: „Dieser Bau ist nicht nur ein religiöses Monument, sondern ein Zeichen von Macht und kultureller Integration in der Region.“ Groh nimmt aufgrund der baulichen Ausrichtung in Richtung Konstantinopel und Jerusalem an, dass Justinian I. Norditalien zurückerobern konnte und ihm die Vertreibung der arianischen Goten gelang.

Noch kann man sich kein genaues Bild von der Basilika machen. Aber angeblich könne sie dem Bauwerk Hagia Sophia ähneln, das charakteristisch für die byzantinische Kuppelarchitektur ist.

Neue Regeln für Besucher der Hagia Sophia
Weltberühmtes Vorbild: die frühere Kirche und heutige Moschee Hagia Sophia in Istanbul (Türkei).© DPA Images | Tunahan Turhan

Der neuste Fund überrascht die Forscher

In Aquileia wurde bereits Anfang des 20. Jahrhunderts ein großer Teil der archäologischen Funde ausgegraben. Die Hauptkirche im Ort, die Basilika Santa Maria Assunta, wurde 1998 von der Unesco zum Weltkulturerbe ernannt. Nicht zuletzt wegen ihres gut erhaltenen, frühchristlichen Mosaikbodens aus dem 4. Jahrhundert.

ÖAW-Forschende entdecken frühchristliche Basilika im italienischen Aquileia
Überreste aus der römischen Antike: Das Forum von Aquileia.© ÖAW/ÖAI | ÖAW/ÖAI

Die Stätte Aquileia galt vielen als archäologisch erschlossen. Umso überraschender kam für die österreichischen Archäologen der neuste Fund. Offenbar rechneten die wenigsten damit, nach Jahrzehnten doch noch auf einen Großbau zu stoßen.

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Wie geht es jetzt weiter?

ÖAW-Forschende entdecken frühchristliche Basilika im italienischen Aquileia
In Region Friaul-Julisch Venetien wartet noch viel Arbeit auf die Archäologen.© ÖAW/ÖAI | ÖAW/ÖAI

Stefan Groh betont, dass weitere Ausgrabungen der Basilika in Aquileia von finanziellen Mitteln abhängig seien. Und weiter: „Man müsste natürlich kleinflächig graben, um das zu verifizieren und auch vor allem die zeitliche Entwicklung dieses riesigen, großen Kirchenbaus zu rekonstruieren.“ Die genaue chronologische Entstehung der Basilika sowie alle Daten zu ihrer Entdeckung sollen regelmäßig in Fachzeitschriften veröffentlicht werden.

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pau/kna/lp