Aquileia ist ein kleines Dorf mit rund 3.000 Einwohnern im Nordosten Italiens. Doch einst war der Ort eine mächtige Handelsmetropole im oströmischen Reich. Er lag an der wichtigen Handelstrasse Via Annia, die die Stadt mit Mailand und Rom verband.

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Nun machten Archäologen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) an diesem Ort eine große Entdeckung. Sie stießen im Erdreich auf Überreste einer frühchristlichen Basilika, die vermutlich in der ersten Hälfte des 6. Jahrhunderts unter Kaiser Justinian I. errichtet wurde.

Italien: Forscher entdecken Basilika und staunen über Größe des Baus
Dabei soll die spätere Basilika anfangs nur ein ganz einfacher Bau gewesen sein. Vermutlich wurde die nun aufgedeckte Basilika bereits im 4. Jahrhundert als eine typische Kirche erbaut. Erst zwei Jahrhunderte später soll sie im großen Stil zu einer dreischiffigen Transept-Basilika ausgebaut worden sein.

Der ÖAW-Archäologe Stefan Groh erklärt: „Dieser Bau ist nicht nur ein religiöses Monument, sondern ein Zeichen von Macht und kultureller Integration in der Region.“ Groh nimmt aufgrund der baulichen Ausrichtung in Richtung Konstantinopel und Jerusalem an, dass Justinian I. Norditalien zurückerobern konnte und ihm die Vertreibung der arianischen Goten gelang.
Noch kann man sich kein genaues Bild von der Basilika machen. Aber angeblich könne sie dem Bauwerk Hagia Sophia ähneln, das charakteristisch für die byzantinische Kuppelarchitektur ist.

Der neuste Fund überrascht die Forscher
In Aquileia wurde bereits Anfang des 20. Jahrhunderts ein großer Teil der archäologischen Funde ausgegraben. Die Hauptkirche im Ort, die Basilika Santa Maria Assunta, wurde 1998 von der Unesco zum Weltkulturerbe ernannt. Nicht zuletzt wegen ihres gut erhaltenen, frühchristlichen Mosaikbodens aus dem 4. Jahrhundert.

Die Stätte Aquileia galt vielen als archäologisch erschlossen. Umso überraschender kam für die österreichischen Archäologen der neuste Fund. Offenbar rechneten die wenigsten damit, nach Jahrzehnten doch noch auf einen Großbau zu stoßen.
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Wie geht es jetzt weiter?

Stefan Groh betont, dass weitere Ausgrabungen der Basilika in Aquileia von finanziellen Mitteln abhängig seien. Und weiter: „Man müsste natürlich kleinflächig graben, um das zu verifizieren und auch vor allem die zeitliche Entwicklung dieses riesigen, großen Kirchenbaus zu rekonstruieren.“ Die genaue chronologische Entstehung der Basilika sowie alle Daten zu ihrer Entdeckung sollen regelmäßig in Fachzeitschriften veröffentlicht werden.
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