• Für Joana und Hanna sind Arztbesuche zum Alptraum geworden
  • Die beiden jungen Frauen wurden bei der Untersuchung von ihren Ärzten missbraucht
  • Hier erklären Experten, was Betroffene tun und an wen sie sich wenden können

„Ich habe nie daran gedacht, dass sowas passieren kann.“ Joanas Blick wandert nach unten, während sie das sagt: „In unserer Gesellschaft ist es selbstverständlich, dass Ärzte helfen.“ Doch Joana wurde vor neun Jahren, im Sommer 2015, von ihrem Hausarzt sexuell missbraucht. 

Auch Hanna hat bei ihrer Gynäkologin Traumatisches erlebt. Sechs Jahre lang konnte sie danach nicht zu einer Untersuchung gehen. „Und das, obwohl ich Krankenschwester bin und weiß, wie wichtig Vorsorge ist“, erzählt sie. Hanna war in einem ähnlichen Alter wie Joana, 18, als es passierte. 

In Joanas Fall hat ein Gericht den Hausarzt wegen sexuellen Missbrauchs unter Ausnutzung eines Behandlungsverhältnisses rechtskräftig verurteilt (Az. 19 Ls 201 Js 127728/15). Hanna hingegen hat sich nicht über die Ärztin beschwert. Doch wann liegt ein Übergriff vor, und wie kann man sich schützen?