An 32 Tagen im Prozess gegen Christian B. vor dem Landgericht Braunschweig schlug das Pendel zuletzt immer stärker zugunsten der Verteidigung aus. Ihm werden drei Vergewaltigungen und zwei Fälle von Kindesmissbrauch in Portugal vorgeworfen. Ein Freispruch scheint wahrscheinlich. Nur am Rand ging es um den Mordfall Madeleine „Maddie“ McCann. Der 47-Jährige gilt als Hauptverdächtiger. Welche Hinweise die Ermittler besitzen, darüber schweigt sich die Staatsanwaltschaft aus. An Prozesstag 33 kam es zur spektakulären Wende. Ein Zeuge belastet den Angeklagten schwer. Wie glaubwürdig ist dieser Ex-Knastbruder?
Prozess in Braunschweig: Christian B. wird von früherem Mithäftling Laurentiu C. schwer belastet
2020 wurde der Häftling Laurentiu C. von seiner Arbeitsstelle in der JVA Sehnde weggeholt und in einen Raum geleitet. Dort erwarteten ihn zwei BKA-Ermittler. Sie sollen ihm eröffnet haben, sie besäßen die Information, 2019, als er in der JVA Braunschweig in Untersuchungshaft saß, sei er der einzige Häftling gewesen, mit dem Christian B. gesprochen habe. Vier Jahre später sitzt C., der erst kürzlich aus der Haft entlassen wurde, als Zeuge im Prozess. Sein Eindruck damals sei gewesen, so meint er, seine Einzelzelle in Braunschweig könnte verwanzt gewesen sein – daher habe er beschlossen, zu kooperieren und alles zu sagen, was er wisse.



