Der Tod ist eigentlich eines der Themen, über die Menschen lieber schweigen. Bei Luis Bauer ist das anders: Der 19-Jährige gilt als einer der jüngsten Bestatter Deutschlands. Gleichzeitig spricht er in den sozialen Medien über Themen rund um den Tod. Und das mit Erfolg: Auf Instagram folgen Bauer rund 220.000 Menschen, auf TikTok sogar 1,3 Millionen. Außerdem führt er einen Podcast mit seinem Vater. Denn: Bauer ist Bestatter in sechster Generation. Er wuchs im Familienbetrieb auf, spielte als Kind zwischen Särgen. Im Interview verrät Luis Bauer, wie er sich seine eigene Beerdigung vorstellt, welche letzten Wünsche er lieber nicht erfüllt und wie das ist, von Toten umgeben aufzuwachsen.
Wie sind Sie zum Beruf des Bestatters gekommen?
Luis Bauer: Das war relativ klassisch. Meinem Vater gehört die Firma und ich war deswegen schon früh mit dem Thema vertraut. Ursprünglich wollte ich ein Praktikum machen, das ist aber wegen Corona ausgefallen. Dann habe ich mich stattdessen für einen Minijob beworben. Während meine Freunde im Supermarkt Regale eingeräumt haben, war ich mit meinem Vater im Bestattungsunternehmen. Da habe ich eine kleine Ausbildung absolviert. Und jetzt bin ich Einbalsamierer – ich kümmere mich also den ganzen Tag um die Verstorbenen: Abholen, von A nach B fahren, versorgen, schick machen.




