Wer sich im Sommer in den Metropolen Europas aufhält, merkt vor allem eins: Es ist voll. Die Menschenmassen schieben sich durch die engen Gassen, und man kann froh sein, wenn man zur besten Abendbrotzeit einen Sitzplatz in einem der überteuerten Restaurants bekommt. In vielen Orten Spaniens demonstriert die Bevölkerung bereits gegen den Massentourismus.
Doch wird sich der Urlaub in Zukunft verändern? Werden immer mehr Menschen nach Europa reisen? Wird es Beschränkungen geben? Und wie wirkt sich der Klimawandel auf den Tourismus aus? Das erklärt Prof. Dr. Jürgen Schmude, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Tourismuswissenschaft, im Interview.
Amerikanische Medien warnen die US-Bürger derzeit vor Reisen nach Europa. Der Dollar stehe schlecht, Europa sei überfüllt, die Preise hoch. Wirken sich solche Warnungen auch auf die Besucherströme aus?
Prof. Dr. Jürgen Schmude: Grundsätzlich wird bei uns alles teurer, das können wir nicht bestreiten. Gleichzeitig steigen jedoch die Umsätze in der Tourismusbranche, obwohl die Besucherzahlen aber mehr oder weniger gleichbleibend sind. Demnach steigt also der Umsatz pro Reisendem. Ob die gestiegenen Kosten für weniger Besucher sorgen, würde ich bezweifeln. Das kommt immer auf die Quellmärkte an. Im asiatischen Bereich etwa spielt das Thema Sicherheit eine entscheidende Rolle. Bei Anschlägen wird dann ganz Europa stigmatisiert und gemieden, egal ob das Attentat in Paris oder Istanbul war.



