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Er könnte jetzt auch in der kleinen Provinz Phayao sitzen und langweilige Infrastruktur-Projekte abnicken. Doch Narongsak Osottanakorn hat ungleich Wichtigeres zu tun. Der frühere Provinz-Gouverneur von Chiang Rai leitet die die seit dem 23. Juni in einer Höhle gefangen sind. Dabei wäre er dafür eigentlich gar nicht mehr zuständig.

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„Lassen Sie mich Ihnen versichern, dass die Kommandostruktur hier noch immer dieselbe ist“, sagte Narongsak denn auch Mitte der vergangenen Woche zu den vielen Reportern vor Ort. „Ich bin immer noch der Einsatzleiter, wie gewohnt.“

Narongsak wegen Kampf gegen Korruption versetzt?

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Nötig war diese Versicherung, weil er seinen Job als Provinz-Gouverneur von Chiang Rai eigentlich längst verloren hatte – und damit auch das Kommando für den Rettungseinsatz. Wie das thailändische Nachrichtenportal „Khaosod“ berichtet, hatte Narongsak nur noch ein paar Tage im Amt, als die Kinder und ihr Betreuer in die Luang-Höhle kletterten.

Der studierte Geologe und Ingenieur war von Chiang Rai in die unbedeutendere Nachbarprovinz Phayao versetzt worden – nach nur einem Jahr. Kritiker werfen der Regierung vor, Narongsak aufgrund seines Einsatzes gegen Korruption auf diese Weise aus dem Weg schaffen zu wollen.

Narongsak: „Keine fragwürdigen Deals unter meiner Aufsicht“

Laut „Khaosod“ ordnete der Gouverneur während seiner einjährigen Amtszeit die Untersuchung eines umgerechnet rund 8 Millionen Euro schweren Regierungsprojektes an und weigerte sich, eine touristische Landmarke abzusegnen, weil man das Geld besser in den Ausbau von Straßen stecken könnte.

Das Portal zitiert zudem aus einem Interview von März, in dem Narongsak die Behörden herausgefordert haben soll, ihn zu versetzen. Demnach sagte er, dass er lieber an einen anderen Ort ziehe als einem fragwürdigen Deal zuzustimmen. Thailands Regierung widersprach Behauptungen, dass die Versetzung eine Strafe sei.

Fußballer aus Höhle in Thailand gerettet

CHIANG RAI, THAILAND - JULY 10: Onlookers watch and cheer as ambulances transport the 10th rescued schoolboy from a helipad nearby to Chiangrai Prachanukroh Hospital on July 10, 2018 in Chiang Rai, Thailand. Divers began an effort to free the 12 boys and their soccer coach on Sunday morning after they were found alive in the cave at northern Thailand. Thai Navy SEALs have confirmed that the boys, aged 11 to 16, and their 25-year-old coach have now all been extracted safely. (Photo by Linh Pham/Getty Images)
CHIANG RAI, THAILAND - JULY 10: Onlookers watch and cheer as ambulances transport the 10th rescued schoolboy from a helipad nearby to Chiangrai Prachanukroh Hospital on July 10, 2018 in Chiang Rai, Thailand. Divers began an effort to free the 12 boys and their soccer coach on Sunday morning after they were found alive in the cave at northern Thailand. Thai Navy SEALs have confirmed that the boys, aged 11 to 16, and their 25-year-old coach have now all been extracted safely. (Photo by Linh Pham/Getty Images)© Getty Images | Linh Pham
HANDOUT - 02.07.2018, Thailand, Chiang Rai, Mae Sai: Dieses vom Tham Luang Rescue Operation Center zur Verfügung gestellte Bild zeigt eine Suchmannschaft, die eine Höhle betritt, in der eine Gruppe Jugendfußballer und ihre Trainer gefangen waren. Insgesamt zwölf Jungen im Alter von 11 bis 16 Jahren und ihr Trainer waren nach dem Training in die Höhle eingestiegen. Die mehr als eine Woche lang vermissten Jugendfußballer und ihr Trainer sind am 02.07.2018 lebend gefunden worden. Foto: Handout/Tham Luang Rescue Operation Center/AP/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++
HANDOUT - 02.07.2018, Thailand, Chiang Rai, Mae Sai: Dieses vom Tham Luang Rescue Operation Center zur Verfügung gestellte Bild zeigt eine Suchmannschaft, die eine Höhle betritt, in der eine Gruppe Jugendfußballer und ihre Trainer gefangen waren. Insgesamt zwölf Jungen im Alter von 11 bis 16 Jahren und ihr Trainer waren nach dem Training in die Höhle eingestiegen. Die mehr als eine Woche lang vermissten Jugendfußballer und ihr Trainer sind am 02.07.2018 lebend gefunden worden. Foto: Handout/Tham Luang Rescue Operation Center/AP/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++© dpa | Handout
Rescue workers take out machines after 12 soccer players and their coach were rescued in Tham Luang cave complex in the northern province of Chiang Rai, Thailand, July 10, 2018. REUTERS/Soe Zeya Tun
Rescue workers take out machines after 12 soccer players and their coach were rescued in Tham Luang cave complex in the northern province of Chiang Rai, Thailand, July 10, 2018. REUTERS/Soe Zeya Tun© REUTERS | REUTERS / SOE ZEYA TUN
Die Sorge um die Vermissten war bei Angehörigen und Freunden groß. Schüler der Mae-Sai-Prasitsart-Schule in Nordthailand beteten vor Schulbeginn für sechs ihrer Schulkameraden, die zu der eingeschlossenen Jugendfußballmannschaft gehörten.
Die Sorge um die Vermissten war bei Angehörigen und Freunden groß. Schüler der Mae-Sai-Prasitsart-Schule in Nordthailand beteten vor Schulbeginn für sechs ihrer Schulkameraden, die zu der eingeschlossenen Jugendfußballmannschaft gehörten. © REUTERS | REUTERS / SOE ZEYA TUN
dpatopbilder - 02.07.2018, Thailand, Chiang Rai: Eine der  Thai Navy Seals zur Verfügung gestellte Aufnahme zeigt die vermissten Jugendfußballer und ihren Trainer, nachdem sie in einer Höhle entdeckt wurden. Die mehr als eine Woche lang in einer Höhle in Thailand vermissten zwölf Jugendfußballer sind lebend gefunden worden. (zu dpa Thailand: In Höhle vermisste Jugendfußballer lebend gefunden vom 02.07.2018) Foto: Thai Navy Seals/XinHua/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
dpatopbilder - 02.07.2018, Thailand, Chiang Rai: Eine der Thai Navy Seals zur Verfügung gestellte Aufnahme zeigt die vermissten Jugendfußballer und ihren Trainer, nachdem sie in einer Höhle entdeckt wurden. Die mehr als eine Woche lang in einer Höhle in Thailand vermissten zwölf Jugendfußballer sind lebend gefunden worden. (zu dpa Thailand: In Höhle vermisste Jugendfußballer lebend gefunden vom 02.07.2018) Foto: Thai Navy Seals/XinHua/dpa +++ dpa-Bildfunk +++© dpa | Thai Navy Seals
Wechselbad der Gefühle: Familienangehörige erfahren am 2. Juli die frohe Botschaft, dass die Vermissten gefunden wurden.
Wechselbad der Gefühle: Familienangehörige erfahren am 2. Juli die frohe Botschaft, dass die Vermissten gefunden wurden. © dpa | Sakchai Lalit
Ein junger Familienangehöriger freut sich sehr über die guten Nachrichten.
Ein junger Familienangehöriger freut sich sehr über die guten Nachrichten.© dpa | Sakchai Lalit
Doch ob die Rettung gelingen kann, bleibt lange ungewiss. Familienangehörige harren in der Nähe der Tham-Luang-Höhle aus.
Doch ob die Rettung gelingen kann, bleibt lange ungewiss. Familienangehörige harren in der Nähe der Tham-Luang-Höhle aus.© REUTERS | SOE ZEYA TUN
Zunächst werden die Jugendlichen und ihr Trainer mit Lebensmitteln versorgt. Sie müssen zu Kräften kommen und auf den Befreiungstauchgang vorbereitet werden. Sie haben massiv an Gewicht verloren. Viele der Jungen sind Nichtschwimmer.
Zunächst werden die Jugendlichen und ihr Trainer mit Lebensmitteln versorgt. Sie müssen zu Kräften kommen und auf den Befreiungstauchgang vorbereitet werden. Sie haben massiv an Gewicht verloren. Viele der Jungen sind Nichtschwimmer.© REUTERS | HANDOUT
Die zwölf Jungen im Alter zwischen 11 und 16 Jahren und ihr Trainer wickeln sich in Alufolie ein, um sich warm zu halten.
Die zwölf Jungen im Alter zwischen 11 und 16 Jahren und ihr Trainer wickeln sich in Alufolie ein, um sich warm zu halten.© REUTERS | REUTERS TV
Tagelang wird nach dem besten Weg gesucht, die Eingeschlossenen zu retten.
Tagelang wird nach dem besten Weg gesucht, die Eingeschlossenen zu retten. © dpa | -
Helfer bereiten kleine Tauchmasken vor, die die Jungen bei ihrer Rettung tragen sollen. Es besteht die Gefahr, dass die Jungen bei ihrem Tauchgang aus der Höhle eine Panikattacke erleiden.
Helfer bereiten kleine Tauchmasken vor, die die Jungen bei ihrer Rettung tragen sollen. Es besteht die Gefahr, dass die Jungen bei ihrem Tauchgang aus der Höhle eine Panikattacke erleiden.© Getty Images | Linh Pham
Weitere Regenfälle erschweren die Bergungsarbeiten. In der Region am 20. nördlichen Breitengrad ist zwischen Juni und Oktober Regenzeit.
Weitere Regenfälle erschweren die Bergungsarbeiten. In der Region am 20. nördlichen Breitengrad ist zwischen Juni und Oktober Regenzeit.© REUTERS | ATHIT PERAWONGMETHA
Welchen enormen Gefahren Retter und Eingeschlossene ausgesetzt sind, beweist ein dramatischer Zwischenfall am 5. Juli: Bei den Rettungsbemühungen kommt ein Taucher ums Leben. Der 37-Jährige starb aufgrund von Sauerstoffmangel. Das ehemalige Mitglied der thailändischen Spezialeinheit Navy Seals wollte Behälter mit Atemluft in der Höhle platzieren und verlor auf dem Rückweg das Bewusstsein. Dennoch müssen die Vorbereitungen für die Rettung der Jungen weitergehen.
Welchen enormen Gefahren Retter und Eingeschlossene ausgesetzt sind, beweist ein dramatischer Zwischenfall am 5. Juli: Bei den Rettungsbemühungen kommt ein Taucher ums Leben. Der 37-Jährige starb aufgrund von Sauerstoffmangel. Das ehemalige Mitglied der thailändischen Spezialeinheit Navy Seals wollte Behälter mit Atemluft in der Höhle platzieren und verlor auf dem Rückweg das Bewusstsein. Dennoch müssen die Vorbereitungen für die Rettung der Jungen weitergehen.© REUTERS | ATHIT PERAWONGMETHA
Narongsak Osatanakorn, Gouverneur von Chiang Rai, erklärt bei einer Pressekonferenz, dass die Jungen und ihr Trainer körperlich und seelisch für die Rettung bereit seien. Das Zeitfenster für den Rettungsversuch ist klein, weil wieder starke Regenfälle erwartet werden.
Narongsak Osatanakorn, Gouverneur von Chiang Rai, erklärt bei einer Pressekonferenz, dass die Jungen und ihr Trainer körperlich und seelisch für die Rettung bereit seien. Das Zeitfenster für den Rettungsversuch ist klein, weil wieder starke Regenfälle erwartet werden.© dpa | Uncredited
18 Rettungstaucher sind an dem Einsatz beteiligt, fünf aus Thailand, 13 aus anderen Ländern. Jeder der Eingeschlossenen soll von zwei Tauchern auf dem Weg aus der Höhle begleitet werden.
18 Rettungstaucher sind an dem Einsatz beteiligt, fünf aus Thailand, 13 aus anderen Ländern. Jeder der Eingeschlossenen soll von zwei Tauchern auf dem Weg aus der Höhle begleitet werden.© REUTERS | TYRONE SIU
Es geht los: Medienvertreter und alle Rettungskräfte, die nicht unmittelbar für die Rettung im Einsatz sind, müssen das Areal verlassen.
Es geht los: Medienvertreter und alle Rettungskräfte, die nicht unmittelbar für die Rettung im Einsatz sind, müssen das Areal verlassen. © dpa | Sakchai Lalit
Nach Stunden dann die Nachricht: Die ersten Jungen sind gerettet.
Nach Stunden dann die Nachricht: Die ersten Jungen sind gerettet.© REUTERS | SOE ZEYA TUN
Sie werden mit Rettungswagen und Helikoptern ins Krankenhaus gebracht.
Sie werden mit Rettungswagen und Helikoptern ins Krankenhaus gebracht. © REUTERS | SOE ZEYA TUN
Die letzten Gefangenen können die Höhle zwei Tage später verlassen. Das glückliche Ende des Höhlendramas grenzt für viele an ein Wunder. Auch Experten hatten es kaum für möglich gehalten, das Team des Fußballvereins „Wildschweine“ aus ihrem Zufluchtsort in vier Kilometern Tiefe sicher nach draußen zu bringen.
Die letzten Gefangenen können die Höhle zwei Tage später verlassen. Das glückliche Ende des Höhlendramas grenzt für viele an ein Wunder. Auch Experten hatten es kaum für möglich gehalten, das Team des Fußballvereins „Wildschweine“ aus ihrem Zufluchtsort in vier Kilometern Tiefe sicher nach draußen zu bringen.© Getty Images | Lauren DeCicca
17 Tage lang waren zwölf Jugendfußballer und ihr Trainer in einer Höhle in Thailand eingeschlossen. Sie waren am 23. Juni von schweren Regenfällen überrascht worden. Weil die Höhle durch die Wassermassen überflutet wurde, war der Rückweg aus der Höhle abgeschnitten. Die Fußballer mussten sich immer tiefer in die Höhle zurückziehen. Die Rettung verlief dramatisch. Schließlich konnten die Rettungskräfte am 10. Juli alle Eingeschlossenen befreien. Wir zeigen die Bilder der Rettung.
17 Tage lang waren zwölf Jugendfußballer und ihr Trainer in einer Höhle in Thailand eingeschlossen. Sie waren am 23. Juni von schweren Regenfällen überrascht worden. Weil die Höhle durch die Wassermassen überflutet wurde, war der Rückweg aus der Höhle abgeschnitten. Die Fußballer mussten sich immer tiefer in die Höhle zurückziehen. Die Rettung verlief dramatisch. Schließlich konnten die Rettungskräfte am 10. Juli alle Eingeschlossenen befreien. Wir zeigen die Bilder der Rettung.© REUTERS | SOE ZEYA TUN

Narongsak hat viele Unterstützer im Netz

Im Netz machen sich viele Thailänder für Narongsak stark. Nach dessen souveränem Auftreten vor Ort und den klaren Ansagen für die Weltpresse fordern sie, dass die Regierung die Versetzung rückgängig machen solle. Premierminister Prayuth Chan-o-cha lobte Narongsak für seine gute Arbeit, machte aber deutlich, dass die Anordnung bereits vom König unterschrieben und daher unumkehrbar sei.

Narongsaks Nachfolger als Gouverneur von Chiang Rai, Prachon Pratsakun, nahm den Job am vergangenen Freitag auf. Er stellte klar, dass er dessen Rolle als Einsatzleiter respektieren werde: „Wir werden unsere Arbeit koordinieren und die Provinzverwaltung ist bereit, ihre volle Unterstützung zu leisten.“