Eine katholische Kirchengemeinde in Hamburg hat eine geplante Ausstellung abgesagt, weil auf den Fotografien teilweise unbekleidete Frauen abgebildet waren. „In dieser Plakativität kann ich das nicht zeigen“, sagte der Pfarrer der Gemeinde St. Ansgar, Philipp Görtz, der Wochenzeitung „Zeit“.

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Die in Mailand lebende Fotografin Julia Krahn war zunächst eingeladen worden, im Altarraum der St. Ansgar-Kirche sieben großformatige Bilder ihrer Arbeit „MM33 (Maria Magdalena)“ auszustellen: Frauen, inszeniert in Posen der christlichen Bilderwelt. Viele der Frauen sind halbnackt, einige haben ein unbekleidetes Kleinkind an ihrer Seite, eine Frau stillt ihr Kind.

Künstlerin reagiert mit Unverständnis

Die Schau sollte Teil einer ökumenischen Kunstreihe in fünf Hamburger Gotteshäusern sein, die noch bis zum 22. Juli zu sehen ist. Eine Ausstellung in einer Kirche müsse auch funktionieren, wenn etwa eine Erstkommunion oder ein Requiem dort stattfinde, sagte Pater Görtz der „Zeit“. In seiner Gemeinde habe es zudem wegen der gesellschaftlichen Debatten um #MeToo und Kindesmissbrauch Bedenken gegen die Schau gegeben.

„Uns war nicht klar, dass Nacktheit eine solche Bedeutung für die Künstlerin hat“, sagte Stephan Loos, Direktor der Katholischen Akademie Hamburg, die bei der Konzeption der Ausstellung beteiligt war, der „Zeit“. Einige Bilder der Reihe sind allerdings auch auf der Homepage Krahns zu sehen.

Die Künstlerin reagierte mit Unverständnis auf die Absage. „Wir werden geflutet von Gewaltdarstellungen. Zugleich sollen wir unsere Kinder oder eine stillende Mutter verdecken“, sagte Julia Krahn. Insbesondere verstehe sie auch nicht, wie man ihre Bilder mit den Themen #Metoo oder Kindesmissbrauch in Verbindung bringen könne, sagt sie. (dpa/moi)