Der britisch-japanische Schriftsteller Kazuo Ishiguro (62) wird in diesem Jahr mit dem Literaturnobelpreis geehrt. Das gab die Nobelpreis-Jury am Donnerstag in Stockholm bekannt. Er wird für „seine Romane von starker emotionaler Kraft“ ausgezeichnet, wie die Schwedische Akademie bekanntgab. In seinen Werken habe Ishiguro die „Abgründe unserer vermeintlichen Verbundenheit mit der Welt“ bloßgelegt.

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Zu Ishiguros größten Erfolgen zählt der Roman „Was vom Tage übrig blieb“, der 2005 auch auf Deutsch erschien. Das Buch wurde mit Anthony Hopkins und Emma Thompson in den Hauptrollen auch als Film ein großer Erfolg. Weitere bekannte Werke Ishiguros sind „Der begrabene Riese“ und „Bei Anbruch der Nacht“.
Die weltweit höchste Literatur-Auszeichnung ist in diesem Jahr mit neun Millionen Schwedischen Kronen dotiert, was etwa 940.000 Euro entspricht.
BREAKING NEWS The 2017 #NobelPrize in Literature is awarded to the English author Kazuo Ishiguro pic.twitter.com/j9kYaeMZH6
— The Nobel Prize (@NobelPrize) 5. Oktober 2017
Ishiguro wurde 1954 im japanischen Nagasaki geboren. Als er fünf Jahre alt war, zog seine Familie nach Großbritannien. Dort studierte er später Englisch und Philosophie. Anfang der 80er-Jahre veröffentlichte er seinen ersten Roman „Damals in Nagasaki“. „Ich sehe zwar japanisch aus, bin aber ein britischer Schriftsteller“, hatte er im vergangenen Jahr in einem Interview der japanischen Tageszeitung „Mainichi Shimbun“ gesagt.
Kazuo Ishiguro wusste noch nichts von seiner Auszeichnung, als sein Name am Donnerstag in Stockholm verkündet wurde. Sie habe ihn zuvor nicht erreicht, sagte Jury-Chefin Sara Danius dem schwedischen Radio. „Ich werde versuchen, ihn jetzt anzurufen.“
Nach Bob Dylan wieder eine Überraschung
Der Münchner Blessing Verlag wurde von der Vergabe des Literaturnobelpreises an seinen Autor Ishiguro überrascht. „Das hat uns völlig aus dem Off erwischt“, sagte Verlagsleiter Holger Kuntze am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Ishiguro sei schon oft als preiswürdig gehandelt worden, aber diesmal auf keiner Liste aufgetaucht. Der Autor habe den Preis mehr als verdient, sagte Kuntze weiter. „Das ist ganz, ganz großartig, eine unfassbar gute Entscheidung!“
Mit der Wahl Ishiguros überrascht die Jury erneut. Im vergangenen Jahr war der Preis an den US-amerikanischen Lyriker und Sänger Bob Dylan gegangen. Die Vergabe an Dylan hatte für Diskussionen gesorgt, weil kein klassischer Buchautor geehrte wurde. Zudem hatte Dylan seinen Preis nicht während einer öffentlichen Zeremonie abholen und eine Rede halten wollen.
Preis wird am 10. Dezember überreicht
Der Literaturnobelpreis wird von der Schwedischen Akademie in Stockholm verliehen. Die Auswahl der Preisträger erfolgt nach Vorschlägen in einem mehrstufigen Verfahren. Der Nobelpreis wurde von dem schwedischen Unternehmer und Dynamit-Erfinder Alfred Nobel (1833-1896) gestiftet. Die Verleihung aller sechs Nobelpreise findet an seinem Todestag, dem 10. Dezember, statt.
Nobelpreis für deutschsprachige Autoren
Chemie-Nobelpreis für Deutsch-Amerikaner Joachim Frank
Bis Mitte der Woche wurden die Nobelpreise in den Kategorien Physik, Chemie und Medizin/Physiologie verliehen. Am Mittwoch wurde bekannt, dass der Deutsch-Amerikaner (77) gemeinsam mit Jacques Dubochet (75) und Richard Henderson (72) für seine Chemie-Forschung geehrt wird. Die drei haben mit Kryo-Elektronenmikroskopie Moleküle in 3-D-Modellen sichtbar gemacht.
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Der geht 2017 an Jeffrey C. Hall, Michael Rosbach und Michael W. Young. Sie haben zur von Lebewesen geforscht. So lässt sich heute erklären, wann der menschliche Körper am fittesten ist und wann bestimmte Körperfunktionen besonders aktiv sind.
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Der Physik-Nobelpreis geht an , Barry Barish und Kip Thorne für den ersten direkten Nachweis im All entstehender Gravitationswellen. (ac/epd)























