Man mag es kaum glauben. Nicht der Ukraine-Krieg und die damit einhergehende Gas-Krise treiben die Deutschen dieser Tage um, sondern der Mallorca-Hit „Layla“ von DJ Robin & Schürze. In dem umstrittenen Partysong, der seit fast drei Wochen an der Spitze der deutschen Charts steht, geht es um eine Prostituierte. Flachsinnig tiefergelegt heißt es: „Die wunderschöne Layla. Sie ist schöner, jünger, geiler“. Auch musikalisch ist nicht viel dran am simpel zusammengeschraubten Arrangement. Im Gegenteil: Es kostet schon ziemlich viel Überwindung, die 140 Beats pro Minute im stumpfen Groove anzuhören. Eigentlich nur zu ertragen mit den am Ballermann üblichen zwei Promille Alkohol im Blut.
„Layla“ wird gleich auf mehreren Volksfesten verboten
Der Song wäre wohl in kürzester Zeit in der ihm gebührenden Bedeutungslosigkeit verschwunden. Zumal sein Titel eine Beleidigung für jeden Eric Clapton-Fan ist. Doch dann hat die Stadt Würzburg ihn auf Volksfesten untersagt. Auch der traditionsreiche Schützenverein St. Sebastianus, der Veranstalter der Düsseldorfer Rheinkirmes mit bis zu vier Millionen Besuchern, zeigte sich entsetzt über den Text. Und entschied, das Lied zu unterbinden. Dann kam die Cranger Kirmes in Herne dazu: Man wolle dem sexistischen Party-Hit kein Forum bieten.
Seit Wochenanfang hagelt es also Verbote für den Nummer-eins-Hit. Seitdem ist eine hitzige Debatte um das Lied entbrannt. In die hat sich auch Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) via Twitter eingeschaltet. Er schreibt: „Man muss Schlagertexte nicht mögen. Man kann sie sogar doof oder geschmacklos finden. Sie aber behördlich zu verbieten, finde ich, ist eins zuviel.“


