Für Lauren und Matthew Urey aus Richmond in den USA sollte es ein fantastisches Erlebnis werden – doch dann endete ihre Hochzeitsreise abrupt in einer Katastrophe. Die 32-Jährige und ihr 36 Jahre alter, frisch angetrauter Mann gehören zu den 30 Touristen, die sich beim Ausbruch des Vulkans auf der neuseeländischen Insel White Island am Montag schwerste Verbrennungen zuzogen und seitdem im Krankenhaus liegen.
Dabei hatten beide noch Glück – für 14 andere Touristen kam jede Hilfe zu spät, sie sind mit hoher Wahrscheinlichkeit tot. Erstickt und erschlagen von Aschewolken und glühend heißen Felsbrocken.
Hätte das Unglück vermieden werden können, lautet nun die große Frage. Für viele Experten ist die Antwort eindeutig. Vulkanologen wie der Amerikaner Loyc Vanderkluysen sind überrascht, dass zum Zeitpunkt des Ausbruchs überhaupt Touristen auf der Insel waren. Wissenschaftlern sei bewusst gewesen, dass der Vulkan in eine Phase erhöhter Aktivität übergehe.
Das bestätigt Stefan Bredemeyer vom Deutschen Geoforschungszentrum in Potsdam. Der Vulkan auf White Island sei bekannt für plötzliche explosive Eruptionen. „Diese treten oft ohne deutlich erkennbare Vorzeichen auf“, sagt Vulkanologe Bredemeyer. Wenige Stunden vor dem Ausbruch am Montag hätten die seismischen Aktivitäten deutlich zugenommen. „Ob das den Reiseveranstaltern bekannt war, ist fraglich.“


