Dieser Samstag sollte eigentlich ein schöner Tag werden. Haval Isso wollte mit seinen drei Kindern und seiner Frau auf den Trödel nach Gelsenkirchen, und deswegen wartet der junge Automechaniker um acht Uhr morgens mit seiner Familie auf dem kleinen Bahnhof von Voerde. Nur wenige Minuten später wird die Familie Zeuge eines grauenhaften Verbrechens und Isso zu dem Mann, der den Täter stellt.

Vier Tage, nachdem ein 28-jähriger Mann eine junge Frau vor einen einfahrenden Zug stieß, kommen noch immer Menschen zum Bahnhof in Voerde, um zu trauern. Grabkerzen und Blumen stehen an der Stelle, wo es geschah. Haval Isso steht gedankenverloren vor der kleinen Gedenkstätte. Er kann noch immer nicht richtig begreifen, was da am Samstag geschehen ist.

Isso ist 2010 aus der nordirakischen Kleinstadt Zakho nach Deutschland gekommen. Er hat sich in Voerde ein Leben aufgebaut und eine Familie gegründet. Der 31-Jährige ist ein bescheidener Mann, keiner, der große Töne spuckt, obwohl das, was er am Samstag getan hat, auch den ermittelten Beamten großen Respekt eingeflößt hat. „Heldenhaft“ sei sein Verhalten gewesen, hat die Polizei gesagt.


Diese Google-Karte zeigt den Bahnhof Voerde.