US-Schauspieler Kevin Spacey zieht Konsequenzen aus den Vorwürfen wegen sexueller Belästigung gegen ihn. Er nimmt eine Auszeit und lässt sich behandeln. Das sagte seine Sprecherin Staci Wolfe in einem Statement, aus dem die Zeitung „USA Today“ zitiert.

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„Kevin Spacey nimmt sich die nötige Zeit, um das Geschehene auszuwerten und sich um Hilfe zu kümmern“, heißt es in dem Statement. „Zu diesem Zeitpunkt gibt es diesbezüglich keine weiteren Informationen.“
„Positiver Schritt“
Netflix und Media Rights Capital, die die Serie „House of Cards“ produzieren, reagierten positiv auf die Ankündigung: „Es ist aus unserer Sicht ein positiver Schritt, dass Kevin Hilfe sucht. Wir nutzen die Auszeit weiterhin, um das weitere Vorgehen in Bezug auf die Produktion auszuwerten.“
Der Streamingdienst Netflix hatte nach Bekanntwerden der ersten Vorwürfe gegen Spacey das Ende der Serie „House of Cards“ angekündigt, in der Spacey die Hauptrolle spielt. Dies sei schon länger geplant gewesen, hieß es.
Weitere Vorwürfe gegen Kevin Spacey
Die Vorwürfe wegen sexueller Belästigung gegen den Schauspieler waren vor einigen Tagen aufgekommen. Schauspieler Anthony Rapp (46, „Star Trek: Discovery“) hatte Spacey eines sexuellen Übergriffs vor rund 30 Jahren beschuldigt. Er sei damals 14 Jahre alt gewesen und Spacey 26. Der Oscar-Preisträger .
Inzwischen gibt es . Auch der mexikanische Schauspieler Roberto Cavazos belastet den Oscar-Preisträger schwer: Während dessen Zeit als künstlerischer Direktor des Londoner Old Vic Theatre habe es unzählige Übergriffe gegeben.
Immer wieder gleiche Geschichten über Spacey
Der 35-jährige Cavazos schrieb auf Facebook: „Viele von uns haben eine ,Kevin-Spacey-Geschichte’. Es brauchte wohl nur einen jungen Mann unter 30, und Herr Spacey fühlte sich frei, uns anzufassen.“ Er könne die Anzahl der Personen nicht mehr zählen, die ihm die gleiche Geschichte über Spacey erzählt hätten, berichtete Cavazos. Demnach habe Spacey Schauspieler eingeladen, um „über ihre Karriere zu reden“.
Nach ihrer Ankunft im Theater habe der Oscar-Preisträger die Gäste mit einem Picknick und Champagner auf der Bühne erwartet. Die Geschichten variierten darüber, wie weit das Picknick ging.
„Kevin Spacey war sturzbetrunken“
Auch Filmemacher Tony Montana erzählt von einer Begegnung mit Spacey. Der habe ihn im Jahr 2003 in den Schritt gefasst und gesagt: „Das markiert Eigentum“. Spacey habe ihn hart angefasst, „niemand hatte das jemals bei mir getan“, sagte Montana „USA Today“. Spacey sei sturzbetrunken gewesen und sei ihm auf die Toilette gefolgt, nachdem er ihn von sich gestoßen habe. Dort sei er praktisch auf ihn gefallen. „Ich habe ihn weggestoßen, ihn aus der Toilette gezerrt und seinen Freunden gesagt, es sei Zeit für Spacey, nach Hause zu gehen.“
Nach massiven Vorwürfen gegen den Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein haben in den vergangenen Wochen immer mehr Frauen von sexueller Belästigungen und Missbrauch vor allem im Filmgeschäft erzählt. Seither hat sich der Skandal mehr und mehr ausgeweitet, verstärkt wurde die Debatte durch den Hashtag #metoo. (sdo/dpa)




