Nicht mehr lange, dann wird die hochinfektiöse Corona-Variante Omikron auch in Deutschland den Großteil der Infektionsfälle ausmachen, so Christian Drosten in der neuen Folge des NDR-Podcasts "Coronavirus-Update".

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Nach den jüngsten Daten, die das Robert Koch-Institut (RKI) zusammengetragen hat, liegt der Omikron-Anteil in fast allen Bundesländern noch bei unter 50 Prozent. Schon bald wird die Variante allerdings eine bedeutsame Marke überschreiten, meint der Virologe: "Omikron wird in diesen Tagen über 50 Prozent kommen und dominieren", so der Experte.
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Omikron: Der beste Schutz vor Ansteckung
Obwohl sich die neue Mutante verbreitet, gibt Drosten bekannt: "Wir können davon ausgehen, dass wir eine Verdopplungszeit von vier Tagen haben, während andere Länder eine Verdopplungszeit von zwei Tagen haben oder schneller." Eine weitere positive Nachricht: "Das, was man Krankheitslast nennt, entkoppelt sich zunehmend. Das haben wir schon am Ende der Delta-Welle gesehen und das liegt an den Booster-Impfungen."
Neue Daten aus Großbritannien deuten zudem darauf hin, dass bei einer Omikron-Infektion bislang weniger Patienten auf der Intensivstation landen. Der Anteil der Infizierten, die überhaupt im Krankenhaus behandelt werden müssen, sei ebenfalls geringer. Der Studie des Imperial College London zufolge sei das Risiko, bei einer Omikron-Infektion ins Krankenhaus zu müssen, bis zu 30 Prozent geringer als bei Delta.
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Bei doppelt Geimpften sinkt das Risiko demzufolge um 34 Prozent, bei Menschen mit Booster-Impfung sogar um 63 Prozent. "Was also richtig schützt gegen Omikron, ist eine Dreifach-Impfung", erklärt Drosten und empfiehlt, den starken Fokus, der aktuell auf die Booster-Vakzinierung gelegt wird, beizubehalten. Lesen Sie auch: Vierte Corona-Impfung: Wird der Booster vom Booster nötig?
Corona: Drosten rät dringend zur dritten Impfung
Für Ungeimpfte falle das Risiko im Vergleich zu Delta um 24 Prozent geringer aus. Dennoch rechnet der Arzt hier aufgrund der hohen Infektiosität zwangsläufig mit Infektionen und Erkrankungen mit unterschiedlichen Verläufen. Daher rät er nicht nur zu Grundimmunisierung - eine Booster-Impfung sei unbedingt notwendig, um einen sicheren Schutz vor Omikron aufzubauen.
Die Wahrscheinlichkeit, sich mit Omikron zu infizieren, sei laut der Studie für Ungeimpfte genauso hoch wie für doppelt Geimpfte. Bei Geboosterten sinke es um 54 Prozent. "Die doppelte Impfung wird für die Verbreitungskontrolle wahrscheinlich weniger beitragen bei Omikron. Da sind wir ziemlich ungeschützt", schlussfolgert Drosten daraus. "Die Dreifach-Impfung macht den Unterschied."
Corona-Gipfel: Drosten zu Kontaktbeschränkungen und Maßnahmen
Da die aktuellen Zahlen aufgrund von Unvollständigkeit wenig belastbar seien, rechnet Drosten trotz gesunkener Inzidenz beim kommenden Corona-Gipfel mit weiteren Kontaktbeschränkungen. Seiner Meinung nach könnten die verschärften Regelungen so lange greifen, bis es wieder wärmer wird.
Was weitere Maßnahmen betrifft, legt er ein besonderes Augenmerk auf Schulen. Ein Eingriff in den Schulbetrieb würde die Ansteckungsquelle nachweislich eindämmen. Mit dem eingeschränkten Präsenzunterricht würden wiederum auch Elternteile zwangsläufig mehr Zeit zu Hause verbringen, was eine weitere Kontaktreduzierung darstellt.
Das Homeoffice sei die "einschneidendste Maßnahme, die niemand ergreifen will", sagt der Direktor des Instituts für Virologie der Charité. Drostens Meinung nach könnte die Umwandlung der Homeoffice-Empfehlung in ein Homeoffice-Gebot einiges bewirken.
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Drosten zur Quarantäne-Dauer
Auch zur aktuellen Debatte über die erforderliche Quarantäne-Dauer äußert sich Drosten: Er hält eine Verkürzung der Quarantäne-Zeit für sinnvoll. "Wenn jemand, der nur Kontaktperson war, zur Sicherheit 14 Tage zu Hause bleiben muss, wird man bei der Omikron-Welle, die sehr schnell anflutet, sehr viele Arbeitskräfte verlieren. Das wäre ein großer gesellschaftlicher Schaden, und das muss man aus politischer Sicht natürlich abwenden." (day)




