Wenn es an diesem Montagmittag um den Neustart des Krisenmanagers Armin Laschet gehen soll, bieten die getrockneten Hochwasser-Rückstände vor der Swistbachschule in Swisttal-Heimerzheim wohl doch nicht die richtige Kulisse. Das weiß der nordrhein-westfälische Ministerpräsident allerdings noch nicht, als er in Jeans, Kurzmantel und braunen Lederschuhen in dem gebeutelten Dorf im Rhein-Sieg-Kreis eintrifft.

Schnell bildet sich eine Menschentraube um Laschet und die ihn begleitende Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner (CDU). Das Wasser ist weg, dafür fließt die 200 Millionen-Soforthilfe des Landes. Doch die Leute sind stinksauer auf die Bürgermeisterin - und irgendwie auch auf die Landesregierung. Es sei nicht rechtzeitig gewarnt worden. Man habe sie allein gelassen. Das richtige Geld lasse weiter auf sich warten.

„Bisher sehe ich von der Landesregierung niemanden bei mir helfen, ich sehe auch keinen hier von der Verwaltung helfen, sind alle nicht da“, schleudert ein Anwohner Laschet entgegen. „Ham’se mal ne Woche im Schlamm gelebt?“, ruft einer. Bei der Wahl werde man das schon merken, was hier alles schief gelaufen ist, wird gegrollt. Lesen Sie auch: Hochwasser: Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung?

Hochwasser-Betroffene machen Vorwürfe: Ist für Laschet alles nur Wahlkampf?