Bei der Neuwahl zum Parlament in der Türkei hat die islamisch-konservative AKP die absolute Mehrheit zurückerobert. Das meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Sonntagabend nach Auszählung von mehr als 95 Prozent der Stimmen.

Die AKP von Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan hatte ihre absolute Mehrheit bei der Wahl im Juni erstmals seit Übernahme der Regierung im Jahr 2002 verloren. Nachdem Koalitionsgespräche scheiterten, rief Erdoğan Neuwahlen aus. Die Opposition warf dem Präsidenten vor, eine Koalition verhindert zu haben, um Neuwahlen zu erzwingen.

Erdoğan sagte bei seiner Stimmabgabe am Sonntag in Istanbul, man werde den „nationalen Willen“ respektieren müssen, der bei der Wahl zum Ausdruck komme. „Die Türkei hat in Sachen Demokratie eine weite Strecke zurückgelegt.“ Der Verlust der absoluten Mehrheit im Juni war auch eine Niederlage für Erdoğan gewesen. Er hatte vor der Juni-Wahl Wahlkampf für die von ihm mitbegründete AKP betrieben, obwohl die Verfassung dem Staatsoberhaupt Neutralität vorschreibt.

dpa/sh