Hertha

Favre lockt Nico Schulz

Herthas Linksverteidiger wechselt für vier Millionen nach Gladbach

Berlin. Es schien, als sei der Wechsel von Nico Schulz nach Italien klar. Doch statt des Trikots von Sampdoria Genua oder des SSC Neapel wird Schulz, 22, künftig das von Borussia Mönchengladbach tragen. Gladbachs Trainer Lucien Favre will für die anstehende Champions-League-Saison alle Positionen doppelt besetzt haben. Da Alvaro Dominguez bis auf weiteres ausfällt, soll Schulz sich den Linksverteidiger-Job mit Oscar Wendt teilen. Das berichten „Kicker“ und „Bild“. Die Entwicklung der Personalie wurde der Morgenpost von Hertha bestätigt.

Für den U21-Nationalspieler wird es ein rasanter Aufstieg. Bei Hertha-Trainer Pal Dardai saß Schulz auf der Bank. In Gladbach spielt Schulz in der Königsklasse, für die sich die Borussia als Dritter der Vor-Saison qualifiziert hat.

Hertha-Manager Michael Preetz hatte dem U21-Nationalspieler bereits Ende Mai ein Angebot für eine vorzeitige Verlängerung seines in Berlin bis Juni 2016 laufenden Vertrag gemacht. Der Spieler hatte abgelehnt. Von daher war klar: Wenn sein Ausbildungsverein noch eine nennenswerte Ablöse kassieren wollte, muss ein Wechsel in dieser Transferperiode über die Bühne gehen.

Schulz war seit 2000 bei Hertha und damit der dienstälteste Blau-Weiße. Er hat alle Jugendabteilungen durchlaufen. Die Stärken von Schulz sind seine Schnelligkeit, Dynamik und Athletik.

Was er an guten Tagen kann, hat Schulz am Montag gezeigt. Beim DFB-Pokalspiel bei Arminia Bielefeld gelang Schulz als Einwechselspieler die entscheidende Szene. Mit einem langen, unwiderstehlichen Solo spielte er die Abwehr der Hausherren auseinander und bediente kurz vor dem Tor den mitgelaufenen ­Salomon Kalou, der den Ball nur zum 1:0 einschieben musste. Sein Problem war: Trotz 41 Zweitliga- und 51- Bundesliga-Spielen hat Schulz sich nie dauerhaft einen Stammplatz sichern können. Sein Zweikampfverhalten ist nach wie vor ausbaufähig, ebenso sein taktisches Verständnis und sein Offensiverhalten. Insofern wird die sportliche Leitung von Hertha die Entwicklung gelassen sehen. Zumal die Rede davon ist, dass Mönchengladbach eine Ablöse von vier Millionen Euro für Schulz zahlen wird.

Schulz passt in das Beuteschema von Lucien Favre. Bekanntlich legt der Borussen-Trainer bei Neuverpflichtungen stets Wert auf eine hohe Grundschnelligkeit, die bringt Schulz mit. Wie es heißt, soll die obligatorische medizinische Untersuchung von Schulz Anfang kommender Woche über die Bühne gehen. Weil alles sauber ablief, bleibt Schulz im 18er-Kader für die Partie in Augsburg.

Bei Hertha ist Schulz der fünfte Abgang, nachdem John Heitinga (zu Ajax Amsterdam), Marcel Ndjeng (SC ­Paderborn), Fabian Holland, Peter ­Niemeyer und Sandro Wagner (alle zum SV Darmstadt) gewechselt sind.

Hertha-Manager Michael Preetz sucht nun nach einem neuen Spieler für die linke Außenbahn.