Der Sommer ist zurück. Und mit ihm die Hitze und das Gesprächsthema Nummer eins: das Wetter. Schon der amerikanische Cartoonist Kin Hubbard mahnte Anfang des vorigen Jahrhunderts an: „Geht nicht auf das Wetter los. Wenn es sich nicht hin und wieder ändern würde, könnten neun von zehn Leuten keine Konversation beginnen.“ Verantwortlich für den Gesprächsstoff der kommenden heißen Tage ist das über Osteuropa liegende ausgedehnte Hoch „Finchen“, das zunehmend warme Luft aus dem Mittelmeerraum nach Berlin und Brandenburg bringt und in den nächsten Tagen weiterhin für sonnenreiches Hochsommerwetter in Berlin und Brandenburg sorgen wird.

Tipps für die heißen Tage

Am Dienstag und am Mittwoch verursachen aus dem Westen kommende Tiefausläufer zwar stellenweise Schauer und Gewitter. Danach werden aber erneut hochsommerliche Temperaturen erwartet. Während „Finchen“ im Osten brütet, befindet sich das starke Tief „Bonimir“ vor Irland. Das Tief lenkt an seiner Ostseite zusätzlich warme Sommerluft von Süden heran. Bis Mitte des Monats prognostiziert der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Potsdam Temperaturen weit über der 30-Grad-Marke. Beherzigt man aber einige wichtige Hitzegrundregeln, lässt sich das nahezu karibische Klima in Berlin bestens überstehen – und genießen.

Reden wir also über das Wetter. Vor allem gilt: Ruhe bewahren und Hektik oder Stress vermeiden. Wer nicht im Freibad und am Badesee auf der Wiese liegt, sollte in der Mittags- und Nachmittagszeit nicht nach draußen gehen und die Wohnung und den Körper kühl halten. In der Wohnung wie auch am Arbeitsplatz sollte direkte Sonneneinstrahlung am Tag vermieden und nur gelüftet werden, wenn es draußen kühler ist als drinnen. Draußen ist luftige und atmungsaktive Kleidung und eine Kopfbedeckung empfehlenswert. Und natürlich: ausgiebig trinken. Mineralwasser ist optimal. Anstelle der empfohlenen 1,5 Liter für normale Tage benötigt ein Erwachsener bei Hitze leicht das Doppelte. Aber Vorsicht mit Alkohol: Er belastet den Kreislauf und steigert Wasser- sowie Salzverlust. Dafür unterstützt Obst den Flüssigkeitsaustausch. Leichte Speisen sind bei Hitze ohnehin besser verträglich als üppige Portionen. Ein gutes Deo ist auch nie verkehrt.

Abkühlung bei Hitzewelle

Vor allem sollte man Körpersymptome ernst nehmen. Übelkeit, Schwindelgefühl oder Benommenheit sind Anzeichen für einen drohenden Hitzekollaps. Laut einer Studie steigt nach dem dritten Tag einer Hitzewelle die Zahl der Menschen, die in der Notaufnahme medizinisch betreut werden müssten.

Wer die Sommerferien in Berlin verbringt, findet in der Stadt aber reichlich Orte, an denen es kühler zugeht als im Rest der metropolen Welt. Schon des drohenden Sonnenbrands wegen sollte man im Freibad und am Badesee Vorsicht walten lassen. Wobei der Sprung ins Kühle bei Wassertemperaturen um 20 Grad in Wannsee, Tegeler See oder Müggelsee freilich die beste Abkühlung verspricht.

Aber warum nicht mal mitten in der Stadt die Füße ins Wasser hängen lassen? Berlin hat mehr als 300 Brunnen, die Kühlung versprechen. Wie etwa der Brunnen auf dem Ernst-Reuter-Platz in Charlottenburg. Oder der Sandsteinbrunnen mit seiner Fontäne im Viktoria-Luise-Park in Schöneberg. Oder der Märchenbrunnen im Volkspark Friedrichshain. Dazu verfügt Berlin über einen ausgewachsenen Wasserfall. Der ist künstlich angelegt und stürzt in diesem Jahr besonders sprudelnd und zischend den insgesamt 66 Meter hohen Kreuzberg hinunter. Kein Wunder bei rund 13.000 Liter Wasser pro Minute.

Auch die Berliner Wälder versprechen kühle Momente. Warum nicht mal vom Waldparkplatz am S-Bahnhof Grunewald auf schattigen Wegen Richtung Grunewaldturm spazieren? Oder vom Flensburger Löwen immer am Wannsee entlang bis zur Pfaueninsel? Mitten in der Stadt bietet sich der Tiergarten als sommerlicher Ruhepunkt an. Bei der Einkehr sollte man beim gegenwärtigen Klima allerdings besser auf Hochprozentiges verzichten.

Wer genug von der Sonne hat, findet Abkühlung natürlich auch in klimatisieren Räumen. Sei es bei eine Shoppingtour durch eines der zahlreichen Kaufhäuser oder Malls der Stadt, bei einem Besuch im Aquarium am Zoo oder einem der zahlreichen Museen. Im Anschluss lässt sich wieder über das wichtigste Thema in diesen Tagen reden: nämlich über das Wetter.