Im Tarifstreit bei der Deutschen Bahn (DB) drohen weitere Streiks der Lokführer. In einem aktuellen Informationsdienst der Lokführergewerkschaft GDL an ihre Mitglieder mit Datum 30. April wird das jüngste Angebot der Deutschen Bahn AG als „dreist“ zurückgewiesen. Offen wird darin mit einem langen Ausstand, möglicherweise gar unbefristeten Streik gedroht. „Uns ist klar, dass das Zugpersonal die Nase schon lange gestrichen voll hat. Zu Recht hat es Druck gemacht und längere Streiks gefordert. Nun denn – diesmal wird es richtig lange!“, heißt es in dem Papier.
Zur Begründung heißt es, dass es beim Spitzentreffen zwischen der Bahn-Spitze und GDL-Chef Claus Weselsky am Mittwoch in Frankfurt am Main „nicht die geringste Annäherung“ gegeben habe. Die Bahn hatte nach eigenen Angaben vorgeschlagen, die Löhne der Beschäftigten in zwei Schritten um 4,7 Prozent zu erhöhen. Dazu soll es am 30. Juni eine Einmalzahlung von 1000 Euro geben, wobei die im Februar als Vorschuss bereits ausgezahlten 750 Euro mit eingerechnet werden.
Die angebotenen Einkommensverbesserungen seien „natürlich viel zu wenig“, heißt es in dem am Donnersatg veröffentlichten GDL-Informationsdienst. Darin wird der Bahn auch vorgeworfen, kein Angebot zur Verringerung der wöchentlichen Arbeitszeit, zur Begrenzung von Überstunden oder zur Ergebnisbeteiligung vorgelegt zu haben. Eine offizielle Stellungnahme war am Abend aus der GDL-Zentrale aus Frankfurt nicht zu erhalten.

