Die 15-jährige Malala Yousafzai wehrt sich aus Sicherheitsgründen dagegen, dass eine Hochschule im pakistanischen Swat-Tal ihren Namen trägt. Das von den Taliban niedergeschossene Mädchen habe während eines Telefongesprächs darum gebeten, die Umbenennung rückgängig zu machen, berichtete die pakistanische Zeitung „The News“ am Freitag.
Sie habe die Sicherheit der Studentinnen und der Einrichtung als Grund angeführt, sagte ein Mitarbeiter der Distriktverwaltung der Zeitung.
Auch die Studentinnen hatten gegen die Umbenennung protestiert. Sie boykottierten den Unterricht, weil sie befürchteten, dass der neue Name zu Angriffen von Militanten führen könnte. Mittlerweile wurde das Schild „Malala Yousafzai Girls College“ am Eingang der Hochschule entfernt.
Einsatz für Recht auf Bildung von Mädchen
Malala wird in England behandelt, nachdem Taliban-Kämpfer sie am 9. Oktober in ihrer Heimatstadt Mingora im Swat-Tal gezielt niedergeschossen hatten. Sie überlebte knapp und erholt sich derzeit im Queen-Elizabeth-Krankenhaus im britischen Birmingham. Malala hatte vor drei Jahren damit begonnen, auf einer Blog-Seite der britischen Rundfunkgesellschaft BBC über Gräueltaten der Taliban im Swat-Tal zu schreiben. Sie setzte sich vor allem auch für das Recht auf Bildung für Mädchen ein.
Die Taliban hatten die Region im Nordwesten Pakistans im Jahr 2007 unter ihre Kontrolle gebracht und zahlreiche Mädchenschulen geschlossen und zerstört. Sie wurden zwar von der Armee vertrieben, doch die Anwohner trauen dem fragilen Frieden nicht.
Drei von vier Mädchen gehen nicht in die Schule
Ein Bericht der Vereinten Nationen und der pakistanischen Regierung zeigt, dass in Pakistan allerdings immer noch der Großteil der Mädchen keine Schulbildung bekommt. Nahezu drei von vier Mädchen im entsprechenden Alter gingen nicht in die Grundschule, heißt es. Zudem sei die Zahl der Kinder, die das fünfte Schuljahr abschließen, gesunken.
Dass Mädchen das Recht auf Bildung verwehrt werde, sei der Anfang einer Reihe von Diskriminierung, Ausbeutung und Missbrauch der pakistanischen Frauen, heißt es in dem Bericht.
BM/dpa




