Der Automobilclub ADAC hat einen „Preiswirrwarr“ an den Tankstellen bemängelt. Mit „hektischen Preissprüngen“ werde es dem Autofahrer erschwert, „den Überblick zu behalten und den richtigen Moment zum günstigen Tanken zu erwischen“, sagte ADAC-Präsident Peter Meyer der „Bild“. Mit ihrer „Jo-Jo-Preispolitik“ kassierten die „Ölmultis die Autofahrer systematisch ab“.

Der ADAC beobachtete eine Woche lang an 33 Tankstationen der Marken Aral, Shell und Jet in elf deutschen Städten die Preisänderungen. Die Preise der beiden Sorten Super E10 und Diesel wurden jeweils um 8 Uhr, 12 Uhr und 18 Uhr erfasst.

Der Kraftstoff sei an den beobachteten Tankstellen plötzlich zehn oder mehr Cent teurer oder billiger geworden. Es kam heraus, dass die Kraftstoffpreise morgens am höchsten und abends am niedrigsten lagen. Ein Liter Super E10 kostete im Schnitt abends 2,6 Cent weniger als am Morgen. Einige Tankstellen senkten den E10-Preis bis in die Abendstunden um 9 Cent.

Der Dieselpreis fiel im Tagesverlauf stärker als der Benzinpreis. Diesel war abends im Schnitt 3,3 Cent je Liter günstiger. Teilweise verbilligte sich Dieselkraftstoff von 8 bis 18 Uhr sogar um 12 Cent.

Vergangene Woche hatte eine Studie nachgewiesen, dass die Ölkonzerne ihre Margen stark ausgeweitet haben. Zwischen November und März habe sich deren Marge für Super um 41 Prozent vergrößert, weswegen Verbraucher pro Monat fast 100 Millionen Euro zu viel zahlten, so die Studie.

An einem Liter Super verdienten die Mineralölkonzerne mittlerweile 16,25 Cent, heißt es in der Studie. Dies entspreche einer Ausweitung der Gewinnspanne um 41 Prozent gegenüber November, als die Bruttomarge noch bei 11,52 Cent gelegen habe. Als Bruttomarge definieren die Autoren der Studie den Benzinpreis an der Tankstelle ohne Steuern abzüglich der Kosten des Rohöls.

er Mineralölwirtschaftsverband (MWV) wies die Vorwürfe in der Studie als „völlig haltlos“ zurück. An Autofahrer seien in den vergangenen Monaten „nur die gestiegenen Beschaffungskosten“ weitergegeben worden „und kein Cent mehr“, erklärte MWV-Hauptgeschäftsführer Klaus Picard. Zwar sei der Ärger der Autofahrer über hohe Benzinpreise nachvollziehbar. Jedoch könne der Ölpreis nicht mit dem Benzinpreis gleichgesetzt werden. Entscheidend für die Preise an der Tankstellen seien die Einkaufskosten für Benzin und Diesel. Dabei handele es sich um Weltmarktpreise, die durch Angebot und Nachfrage bestimmt würden.

AFP/dma