Umfrage

Trotz Wulff-Affäre gewinnt die CDU bei den Wählern

Die Kritik an Bundespräsident Wulff lässt die CDU unberührt – die Partei klettert auf 36 Prozent. Zu Wulffs möglichem Nachfolger haben die Bürger eine klare Meinung.

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Trotz der Kritik an Bundespräsident Christian Wulff hat die Union in der Wählergunst leicht zugelegt. Nach dem am Mittwoch veröffentlichten Forsa-Wahltrend des Magazins „Stern“ und des Fernsehsenders RTL klettert sie im Vergleich zur Vorwoche um einen Punkt auf 36 Prozent. Die SPD verliert zum zweiten Mal in Folge einen Punkt und fällt auf 26 Prozent zurück.

Dass die Wulff-Affäre sich nicht auf die Werte der Union auswirkt, hängt laut Forsa-Chef Manfred Güllner damit zusammen, dass der Bundespräsident in der Bevölkerung als das von allen akzeptierte Staatsoberhaupt gesehen wird.

Güllner sagt dem "Stern": „Unser Grundgesetz will ja ausdrücklich einen überparteilichen Präsidenten. Das haben die Menschen verinnerlicht.“ Auch das Ansehen der Kanzlerin habe nicht gelitten.

"Menschen machen Merkel keine Vorwürfe"

Der Forsa-Chef: „Die Menschen machen Merkel keine Vorwürfe. Sie beurteilen rein das Verhalten des Präsidenten. Schon Köhlers Rücktritt wurde Merkel nicht angelastet. Umgekehrt wirken sich gute Noten für den Präsidenten nicht positiv auf den Kanzler aus.“

Die Grünen verbessern sich demnach um 2 Punkte auf 16 Prozent. Die Piratenpartei hält sich stabil bei acht Prozent. Der Linken wollen sieben Prozent der Wähler ihre Stimme geben, ein Punkt weniger als in der Woche zuvor.

Die FDP sackt um einen Punkt erneut auf zwei Prozent ab. Auf „sonstige Parteien“ entfallen fünf Prozent der Stimmen. Für den Wahltrend wurden 2.501 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger vom 2. bis 6. Januar befragt.

Bürger halten Gauck für idealen Wulff-Nachfolger

Einer weiteren „Stern“-Umfrage zufolge ist der ehemalige DDR-Bürgerrechtler Joachim Gauck bei den Deutschen Favorit als Wulff-Nachfolger.

Sollte Wulff zurücktreten, würde knapp ein Drittel der Bundesbürger (31 Prozent) ihn als Nachfolger favorisieren. Der parteilose Gauck war bei der Wahl im Juni 2010 als Kandidat von Rot-Grün Wulff unterlegen.

Elf Prozent der Bürger würden im Fall eines Wulff-Rücktritts Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) im Schloss Bellevue sehen.

Mit neun Prozent Zustimmung liegt die ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann auf Platz drei. Für Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Ex-SPD-Chef Franz Müntefering sprachen sich je sieben Prozent der Befragten aus.

Am wenigsten können die Deutschen sich Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) und Baden-Württembergs Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) im höchsten Staatsamt vorstellen. Sie erhalten vier beziehungsweise zwei Prozent.