Abwärtstrend

Wahlforscher stellt Berlins Grünen schlechte Prognose

Die Grünen haben ihren Vorsprung eingebüßt und konkurrieren mit der CDU um den zweiten Platz. Ein Wahlforscher ist überzeugt: "Es geht kontinuierlich nach unten."

Gut vier Wochen vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus sieht der Wahlforscher Richard Hilmer die Grünen weiter in einem leichten Abwärtstrend. "Es geht langsam, aber kontinuierlich nach unten", sagte der Geschäftsführer des Instituts Infratest dimap. Derzeit stehen die Grünen in Berlin bei etwa 22 Prozent. "Das sind immer noch tolle Werte", sagte Hilmer, aber nun müssten die Grünen mit der CDU um Platz zwei kämpfen .

Den Grünen sei es im Berliner Wahlkampf mit der Spitzenkandidatin Renate Künast bisher nicht gelungen, ein Thema prominent zu platzieren, sagte Hilmer. Nach einem anfänglichen Vorsprung liegt Künast gegen den amtierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) in der Wählergunst wieder zurück.

"Ein ungewöhnlicher, sehr personenbezogener Wahlkampf"

"Das ist für die Grünen ein ungewöhnlicher, sehr personenbezogener Wahlkampf", meinte der Wahlforscher. Diese Option sei nach dem Sieg des ersten grünen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann sehr reizvoll gewesen. "Aber die Konstellation in Baden-Württemberg war günstiger."

Vor allem die grünen Kernthemen "Atom" nach dem Reaktorunfall von Fukushima und "Partizipation", also die Bürgerbeteiligung mit der Auseinandersetzung um das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21, spielten in Berlin keine dominante Rolle wie in Baden-Württemberg.

Die Präferenz der Wähler liege derzeit in Berlin eindeutig bei einem rot-grünen Bündnis. Dies gelte sowohl für die Wähler der SPD als auch für die der Grünen. Aber auch Rot-Rot und Schwarz-Grün bzw. Grün-Schwarz seien noch möglich. Die "große Unbekannte" sei derzeit die Wahlbeteiligung. "Es wird knapp werden", sagt Hilmer voraus.

Das Abgeordnetenhaus wird am 18. September gewählt. Nach der letzten Umfrage von Infratest dimap liegt die SPD bei 31 Prozent, Grüne und CDU bei je 22 Prozent.