Bundespräsident Christian Wulff zeigt sich besorgt über den Umgang der Gesellschaft mit der Bundeswehr . „Ihre Freiwilligkeit darf nicht zu Gleichgültigkeit in der Gesellschaft führen“, sagte der Bundespräsident in seiner Ansprache zum Rekrutengelöbnis in Berlin.

Zum ersten Mal seit Aussetzung der Wehrpflicht legten am Jahrestag des Hitler-Attentats vom 20. Juli 1944 insgesamt 450 junge Rekruten ihr öffentliches Gelöbnis vor dem Reichstagsgebäude ab, erstmals waren darunter keine Wehrpflichtigen mehr.

Wulff mahnte, kein öffentliches Desinteresse zuzulassen. „Wir müssen Anteil nehmen an Ihren Leistungen, an Ihren Ängsten, an Ihren Zweifeln. Öffentliche Debatten führen über Einsätze der Bundeswehr. Und uns mehr kümmern – gerade um die, die in ihrem Einsatz innerlich oder äußerlich verwundet wurden“, sagte er. Schließlich seien es die Soldaten, die einen „besonderen Dienst“ für Deutschland leisteten.

Wulff zeigte sich indes überzeugt, dass sich der „Geist der Bundeswehr“ auch mit dem Übergang zu einer Freiwilligenarmee nicht ändern werde. Sie stehe in der Tradition des 20. Juli und gehöre weiterhin in die Mitte der Gesellschaft. Auch die „neue Bundeswehr“ gehöre „in unsere Mitte, in unsere Schulen und Hochschulen, auf öffentliche Plätze“.

dapd/jw