Verkehrsmoral

Ramsauer will den "7. Sinn" wieder im Fernsehen

Der Verkehrsminister sorgt sich um die Sitten im Straßenverkehr. Um sie zu verbessern, will er das legendäre Verkehrserziehungsformat wieder beleben.

Der Grund sind die gestiegenen Unfallzahlen. Bundesverkehrsminister Peter Raumsauer möchte bei der ARD erreichen, dass die ihre legendäre Verkehrserziehungssendung "Der 7. Sinn" wieder ins Programm aufnimmt. Wie die Zeitschrift "Auto Bild" berichtet, könnte die Sendung zum Beispiel sonntags nach der Tagesschau ausgestrahlt werden.

Die erste Auflage des "7. Sinns" hatte es von 1966 bis 2005 gegeben, sie war eine der am längsten laufenden Sendungen im deutschen Fernsehen gewesen. In kurzen Clips gab sie Tipps zum richtigen Verhalten im Verkehr. Sie erklärte Verkehrsregeln, sie gab psychologische Tipps und erklärte auch die Technik der Fahrzeuge. Um seine Anliegen zu verdeutlichen, arbeitete der "7. Sinn" auch mit Unfallszenen, die von Stuntmännern ausgeführt wurden.

Der "7. Sinn" warnte vor Frauen am Steuer

Charakteristisch für die Sendung war auch die sonore Stimme des langjährigen Sprechers Egon Hoegen, die viele sofort dem "7. Sinn" zuordnen konnten. Im Jahr 2005 schickte der WDR das Format dann in die Pause, um es zu überarbeiten, wie man sagte. Diese Überarbeitung dauert bis heute an.

Noch heute genießen alte Folgen Kultstatus, auch deshalb, weil sie immer den Zeitgeist ihrer Entstehungszeit widerspiegeln. So sieht man in Ausgaben aus den Sechzigern und Siebzigern nicht nur Crashsequenzen mit Autos, die heute wertvolle Oldtimer sind. Sondern seinerzeit gab der "7. Sinn" zum Beispiel auch Tipps zum Thema "Frau am Steuer" - und forderte von männlichen Fahrern Rücksichtnahme auf weibliche Gegenüber - man ging davon aus, dass diese ihren Wagen nicht wirklich unter Kontrolle hatten und Rückspiegel eher zum Schminken nutzten als dazu, einen Überblick über den Verkehr zu bekommen.