Denn der Vorgänger des Splash, der Suzuki Wagon R+, hat in Deutschland zuletzt keine vorzeigbaren Ergebnisse produziert. In der vom Kraftfahrt-Bundesamt mit "Minis" bezeichneten Kategorie wurden vergangenes Jahr nur Restbestände neu zugelassen, die Händler noch auf dem Hof hatten - genau 46 Stück. Dabei war Suzuki 2007 eine von nur drei Marken in Deutschland, die ihre Verkaufszahlen steigern konnten. Der Suzuki-Partner Opel hatte es da ein wenig besser. Auf das mit dem Wagon R+ weitgehend baugleiche Modell Agila ließen sich immerhin mehr als 2000 Käufer ein.

Der Splash ist trotz des neuen Namens weiterhin das Ergebnis einer Koproduktion mit Opel. Und er ist ein Musterbeispiel der globalisierten Autowelt. Die Heimat der Marken sind Japan und Deutschland, gebaut wird in Ungarn, und der Dieselmotor des Winzlings wird unter italienischer Lizenz in Indien zusammengeschraubt.

Für einen Erfolg des Splash spricht das frische, originelle Design. Erweckte der winzige Kastenwagen Wagon R+ den Eindruck, ein Stadtflitzer müsse nur kurz und praktisch sein, so sieht der Nachfolger tatsächlich so spritzig aus, wie die deutsche Übersetzung der englischen Vokabel Splash es verheißt. Auf 3,72 Meter Länge und knapp 1,60 Meter Höhe ist Platz für vier Personen, wobei die hinteren Passagiere praktischerweise Kinder oder Teenager sein sollten.

Auch etwas für Großgewachsene

Groß gewachsene Fahrer freuen sich über die lange Verstellschiene des Sitzes, die einen großen Abstand zu den Pedalen erlaubt. Gleichzeitig müssen sie sich ärgern über das Fehlen einer Längsverstellung des Lenkrades. Aber mit dem einen oder anderen Kompromiss muss zwangsläufig leben, wer nicht mehr als 10.000 Euro für ein Auto ausgeben will. Beim günstigsten Splash-Modell gehört auch der Verzicht auf die Antischleuderelektronik ESP dazu, sie ist erst ab der 12.200 Euro teuren Version Club serienmäßig. Mit 75-PS-Dieselmotor, Rundum-Airbags, Klimaanlage und CD-Radio kostet der Splash dann schon 16.000 Euro.

Das Innenleben des Fünftürers ist eher zweckmäßig als aufregend gestaltet, es gibt viele Ablagen und Getränkehalter, wie es sich für ein Auto gehört, das Familien beglücken möchte. Das Cockpit wird dominiert vom großen Zentraltacho, dessen Dimension ein wenig an das Instrument aus dem Mini erinnert. Die Temposkala ist beim Splash aber von einer Armada winziger Kontrollleuchten umzingelt, deren Ablesbarkeit zu wünschen übrig lässt.

Auf den ersten Testkilometern hinterließ der 1,3-Liter-Dieselmotor einen souveränen Eindruck. Dank des ordentlichen Drehmoments von 190 Newtonmetern wirkt das Auto munter. Beim Diesel fällt auch die Abwesenheit eines sechsten Ganges nicht so störend ins Gewicht wie beim Benziner, dessen höhere Drehzahlen zu einer auffälligeren Geräuschkulisse führen. Der drehmomentschwächere Benziner (86 PS, 114 Nm bei 4400 Umdrehungen) zeigt auf langen Steigungen, dass er mehr für die Stadt als für die große Fahrt gemacht ist.


Die Fahrleistungen der beiden Motoren liegen im Klassendurchschnitt, der Benziner ist etwas schneller (175 statt 165 km/h, 12,3 statt 13,9 Sekunden bei Tempo 100), der Diesel verbraucht dafür weniger: 4,5 statt 6,2 Liter Kraftstoff je 100 Kilometer.


Nach dem Swift ist der Splash der zweite Miniflitzer, den Suzuki auf den deutschen Markt bringt. Laut Suzuki-Präsident Hiroshi Tsuda bedeutet dieser interne Konkurrenzkampf kein Problem. Er stärke die Botschaft an die Kunden, das Unternehmen als Produzent von handlichen und umweltverträglichen Autos darzustellen.


Dass noch kleinere Autos, zum Beispiel für den indischen Markt, in nächster Zeit das Angebot bereichern werden, hält Tsuda für eher unwahrscheinlich. Die kürzlich vorgestellte Studie Concept A-Star (3,20 Meter) sei als untere Grenze der Miniaturisierung anzusehen. Noch kleinere Autos, etwa nur für eine Person, seien zwar denkbar, aber nur unter der Bedingung, dass der Straßenverkehr in Ballungsräumen immer weiter eingeschränkt werde.


Als "Herausforderung" sieht Tsuda die Möglichkeit, am anderen Ende der Modellpalette Zuwachs zu schaffen. Ein Markenflaggschiff in der oberen Mittelklasse sei für ihn eher mit Blick auf den US-Markt interessant. In Europa, wo Italien und Deutschland die wichtigsten Suzuki-Märkte darstellen, werde sich an der Kleinwagenstrategie nichts ändern.


Der Splash sucht seinen Erfolg im Bewährten, technische Neuerungen wie Direkteinspritzung, Turboaufladung, Fünfgangautomatik oder Doppelkupplung sucht man vergeblich. Keineswegs fehle es an Innovationskraft bei Suzuki, sagt Präsident Tsuda. In Japan würden schon stufenlose Getriebe und Direkteinspritzung angeboten, an Fünf- und Sechsgangautomatik werde gearbeitet.