Starke Flitzer

Die glorreichen Kleinen – mit mindestens 170 PS

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Peter Eck

Vernunft ist die eine Sache beim modernen Autofahren. Doch Traditionalisten, denen der Spaß an der flotten Fortbewegung noch nicht abhanden gekommen ist, setzen nach wie vor auf reichlich Power unter der Haube. Dass die sogar unerschwinglich sein kann, zeigen sieben kleine Flitzer mit mindestens 170 PS.

Auch in Zeiten, in denen jedes zusätzliche Schnapsglas Sprit und jedes Extra-Gramm CO2 gnadenlos registriert wird, gibt es noch Hersteller, die spaßbetonte Fahrzeuge der „GTI-Fraktion“ auf die Räder stellen. Überraschend groß ist hier zum Beispiel das Angebot in der Kleinwagenklasse: Sieben Fahrzeuge erfüllen dabei besonders reizvolle Kriterien.

Sie haben mindestens 170 PS und kosten weniger als 24.000 Euro. So unterschiedlich die kleinen Renner im Einzelnen auch sind, haben sie doch eines gemeinsam: Sie bieten echten Fahrspaß zu überschaubaren Kosten. Und das Lächeln, das sie ins Gesicht des Fahrers zaubern, ist eigentlich sogar unbezahlbar.

Gleich drei der glorreichen Sieben stammen aus dem Volkswagen-Konzern. Und damit ist die Gemeinsamkeit noch nicht zu Ende, denn VW Polo GTI, Skoda Fabia RS und Seat Ibiza Cupra werden auch vom gleichen Motor angetrieben. Mit dem 1,4-Liter-Benziner (180 PS) schickt Volkswagen das modernste Aggregat ins Rennen. Kompressorunterstützung bei niedrigen Drehzahlen, Turbo-Power danach – so ist jederzeit mehr als genug Drehmoment vorhanden, nämlich 250 Nm.

Im ab Juni erhältlichen Polo GTI bedeutet das zum Beispiel 229 km/h Spitze, im Skoda und im Seat sind die Werte ähnlich. Vergleichbare Höchsttempi und Drehmomente schaffen die Wettbewerber durchaus, aber mit 5,9 Liter Durchschnittsverbrauch im Polo ist das moderne TSI-Aggregat in dieser Disziplin nicht zu schlagen.

Wer es etwas direkter und härter mag, ist vor allem mit dem Renault Clio 2.0 RS Cup gut bedient. Keiner unserer Kandidaten bringt mehr Leistung (201 PS), und wenn die schnellen Renner so etwas wie Ferraris fürs Volk sind, dann ist keiner volkstümlicher als dieser Franzose: Mit 19.900 Euro Grundpreis bleibt er als einziger unter 20.000 Euro. Ein Teil des Gesparten geht allerdings gleich wieder verloren: Mit 8,3 Liter Durchschnittsverbrauch hat der 2,0-Liter, der als einziger ohne Turbounterstützung auskommt, auch die rauesten Trinksitten.

Zweitstärkster im Vergleich und ähnlich ungestüm in seinem Vorwärtsdrang ist der Opel Corsa OPC. Sein 1,6-Liter-Turbo entwickelt 192 PS, liegt aber mit 23.300 Euro gemeinsam mit dem Seat Ibiza am oberen Ende der Preisskala.

Die beiden relativ schwächsten Antriebe bieten Peugeot im 207 und Alfa im MiTo. Dabei ist der 175 PS leistende 1,6-Liter-Turbo des Franzosen ein schönes Stück Motor. Kein Wunder, wurde er doch gemeinsam mit BMW entwickelt und die Bayern nutzen das Aggregat auch für den Mini.

Selbst der nominell schwächste Motor muss sich in der Top-Liga der Kleinwagen nicht verstecken: Der Alfa MiTo 1.4 (170 PS) verfügt über das MultiAir-System, mit dem die Einlassventile elektrohydraulisch vollkommen flexibel gesteuert werden können. Technisch ist der Italiener damit vollkommen up to date, was sich auch im günstigen Verbrauch von sechs Litern niederschlägt.

So bieten die sieben Sportler für jeden etwas: Der Polo GTI ist mit 229 km/h absolut der schnellste unter den Kleinen, und bleibt dabei in jeder Situation souverän. Die gleich motorisierten Fabia RS und Ibiza Cupra unterscheiden sich nur in Nuancen, bieten aber etwas mehr Ausstattung fürs Geld. Hier entscheiden der Geschmack und die persönliche Vorliebe. Mit einer Ausnahme: Wer gleichzeitig auch Raum sucht, ist mit dem Fabia gut bedient, denn nur den Tschechen wird es auch in einer Kombi-Version geben.

Der Renault ist das kompromissloseste und ehrlichste Auto; wer einen Top-Saugmotor fahren will, kommt am Clio RS Cup nicht vorbei. Zudem ist er absolut und auch relativ der preiswerteste: Nirgendwo gibt es so viel PS fürs Geld. Auch der Opel Corsa ist etwas für Menschen, die eine Fahr-Maschine suchen. Der Motor ist zwar mittlerweile ein wenig in die Jahre gekommen, das Preis/PS-Verhältnis stimmt aber auch hier.

Der Alfa verfügt über einen Motor, der technisch mit dem VW-Produkt mithalten kann - und er pflegt seinen eigenen Stil. Auch der Peugeot hat einen modernen Turbo-Motor, der sich hinter den Wettbewerbern nicht zu verstecken braucht. Er ist zudem nach dem Renault und dem Alfa der preiswerteste Vertreter in diesem Feld.