Neuvorstellungen

2011 drehen die deutschen Hersteller voll auf

Kommendes Jahr gehen die meisten deutschen Autohersteller in die Offensive. Einige neue Modelle dürften die Geschäfte kräftig ankurbeln.

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Die Krise im eigenen Land ist ausgestanden, auf wichtigen Exportmärkten wie China und den USA sind die deutschen Hersteller vorn dabei, und im kommenden Herbst steht mit der IAA in Frankfurt die wichtigste Automesse der Welt auf dem Kalender: Die deutschen Autobauer blicken zuversichtlich nach vorn und haben für 2011 umfangreiche Pläne.

Mit Neuheiten von Kleinwagen wie dem VW Up über Volumenmodelle wie die Mercedes B-Klasse oder den Ford Focus oder Dienstwagen wie den Audi A6 bis hin zu Traumwagen (Porsche 911 und Mercedes SLS Roadster) ist deshalb im neuen Jahr fast alles dabei, was sich Autohändler und Neuwagenkäufer wünschen.

Die wichtigste Audi-Neuheit des Jahres ist der A6. Etwas größer, sehr viel luxuriöser trotzdem leichter und vor allem sehr viel sparsamer als früher gibt er seinen Einstand als Limousine bereits im Januar auf der Autoshow in Detroit. Später im Jahr folgt der Kombi Avant, und auch der hochbeinige Allroad steht wieder auf dem Plan.

Daneben bereiten die Ingolstädter den Start des kleinen Geländewagen Q3 vor, bieten den A1 auch als Viertürer und Quattro an, frischen A4 und A5 auf und bringen in vielen Modellen stärkere Motoren zum Einsatz. Der A7 wird mit einem V8-Motor zum S7, der A3 geht als RS3 auf die Zielgerade und auch der A8 wird zum S-Modell. Und sparen will Audi auch: Bis das erste Elektroauto kommt, dauert es zwar noch ein Jahr länger, aber zumindest geht im Q5 erstmals bei Audi der Hybridantrieb in Serie.

BMW bringt das neue 6er Cabrio

Bei BMW beginnt das Jahr mit zwei sportlichen Neuheiten: Für gut betuchte Sonnenanbeter bringen die Bayern im Frühjahr das neue Sechser Cabrio an den Start. Und wer für kleines Geld großen Fahrspaß haben möchte, bekommt bei der M GmbH nun erstmals auch einen Einser. Parallel dazu überarbeiten die Bayern Coupé und Cabrio der Einser-Familie und bereiten sich mit dem Fünftürer bereits auf den Generationswechsel in dieser Baureihe vor. Dazu gibt es später im Jahr den neuen Sechser auch als Coupé sowie neue Vierzylinder-Motoren mit Doppelturbo zum Beispiel den für X1. Auf der IAA steht dann wohl schon die erste Version des neuen Dreiers. Technisch ist das BMW-Jahr vor allem geprägt vom Hybird-Antrieb, der nach ersten Versuchen in X6 und Siebener nun im Fünfer zum ersten Mal große Stückzahlen machen soll.

Bei Ford dreht sich in diesem Jahr alles um den neuen Focus. Er kommt im März zu Preisen ab 17.850 Euro in den Handel und startet als sportlich geschnittener Fünftürer. Ein paar Monate später folgen dann der für Deutschland viel wichtigere Kombi Turnier sowie eine vor allem mit Blick auf den US-Markt entwickelte Focus-Limousine. Einen Dreitürer dagegen wird es nicht mehr geben, und über ein neues Cabrio ist angeblich noch nicht entschieden.

Mercedes feiert den 125. Geburtstag des Autos mit diversen Neuheiten. Das Jahr beginnt für die Schwaben mit dem Facelift der C-Klasse in Detroit. Zum Festakt am 29. Januar, der die Patentschrift von Karl Benz feiert, enthüllen sie in Stuttgart die dritte Auflage des SLK, und auf dem Genfer Salon gibt ein neues C-Klasse Coupé seinen Einstand. Noch vor dem Sommer steht dann die neue M-Klasse auf dem Plan, bevor auf der IAA mit der nächsten Generation der B-Klasse das erste Auto auf der neuen Frontantriebsplattform enthüllt wird. Dazu kommen als Technik-Highlight der Diesel-Hybrid, die erweiterte Kleinserienproduktion von elektrischen A-Klassen sowie B-Klassen und für Lust und Leidenschaft die Neuheiten von AMG. Dem CLS 63 AMG (Verkaufsstart im März) folgen noch vor den Sommerferien das C-Klasse Coupé mit AMG-Power, der SLK 63 AMG sowie zur IAA der SLS Roadster. Und kurz bevor das Jahr zu Ende geht, steht in Los Angeles auch noch der neue ML 63 AMG.

Mini zeigt zweitürigen Countryman

Mini treibt den Abschied von der Monokultur weiter voran. Auf der Motorshow in Detroit zeigen die Briten mit den bayerischen Wurzeln deshalb die Studie eines zweitürigen Countryman, der als Paceman bereits 2013 in Serie gehen könnte. Bevor allerdings auf der neuen Plattform die ersten Varianten entwickelt werden, reizen die Ingenieure noch die alte Bodengruppe aus und schicken Dreitürer, Cabrio und Clubman im Sommer noch das Coupé hinterher. Und als wäre das noch nicht genug, steht für Anfang 2012 der Roadster auf dem Plan.

In Rüsselsheim setzt Opel 2011 weiter auf die Astra-Plattform: Nach Fünftürer und Kombi bringen die Hessen im Frühjahr auch den sportlichen Dreitürer, der in Paris noch als Studie GTC gezeigt worden ist. Außerdem nutzen sie diese Bodengruppe für den Nachfolger des Zafira. Er steht als Studie im März auf dem Genfer Salon und gibt seinen Einstand als Serienmodell zur IAA im September. Dann ist endlich auch das mit einem Reichweitenverlängerer ausgestattete Elektroauto Ampera startklar. Dazu wird 2011 der Antara und Corsa überarbeitet.

Start des neuen Porsche 911 steht bevor

Porsche bereitet mit Hochdruck den Start des neuen 911 vor. Mit weiterentwickeltem Design, größerem Radstand und Motoren, die gleichermaßen stärker und sparsamer werden, hat er das Zeug zum Star der nächsten IAA. Bis dahin allerdings müssen sich die Schwaben mit ein paar weiteren Derivaten von Boxster und Cayman über die Zeit retten und mit neuen Studien wie einem Supersportwagen für Detroit für Aufmerksamkeit sorgen. Der Viertürer Panamera bekommt im Sommer den Hybridantrieb aus dem Cayenne und fährt für die Chinesen vermutlich mit langem Radstand vor.

Die kleinste Marke der Republik, Smart, macht im nächsten Jahr die meisten Sorgen. Denn abgesehen von einem lustlosen Viertürer auf Basis des Nissan Micra, den es nur in Amerika geben wird, hat der Mercedes-Ableger für 2011 nichts Neues in Petto. Aber immerhin laufen mit Hochdruck die Vorbereitungen für die neue Modellgeneration, die gemeinsam mit Renault entwickelt wird und vielleicht zum Ende des Jahres mit ein paar Studien ihre ersten Schatten voraus wirft.

VW bietet wieder ein Golf Cabrio an

Das VW-Jahr beginnt mit der Deutschlandpremiere des Jettal. Pünktlich zum Sommer gibt es dann endlich wieder ein Golf Cabrio sowie eine Neuauflage des VW Beetle, bevor die Niedersachsen auf der IAA im September die Serienversion des Kleinwagen Up enthüllen. Dazu kommen Modellüberarbeitungen von Eos (Frühjahr), Tiguan (Sommer) und Passat CC (Herbst).