Gebrauchtwagen-Check

Toyota Prius 2 – technisch gut, aber unansehnlich

Fünft Sterne beim Crashtest und eine Empfehlung als TÜV-Report-Sieger machen den Hybridwagen zu einem empfehlenswerten Gebrauchten. Das Design muss man aber mögen.

Mit dem ersten Prius begann für Toyota 1997 (in Deutschland ab 2000) eine neue Zeitrechnung. Denn der japanische Wagen war nicht nur einfach eine neue Limousine. Er war vielmehr der erste Serienhybrid und Trendsetter für eine neue Richtung im Automobilbau.

Die wird inzwischen auch von anderen Herstellern verfolgt. Während der Prius der ersten Generation auf unseren Straßen recht selten anzutreffen ist, war die ab Ende 2003 gebaute zweite Generation dank etwas weniger polarisierendem Design und stärkerem Antrieb schon erfolgreicher. Ist die damalige Technik immer noch ein Tipp für umweltbewusste Autofahrer?

Karosserie und Innenraum: Das Design mit der tief nach unten gezogenen Haube und dem Stummelheck muss man mögen. Wer mit dem Prius unterwegs ist, fällt im Straßenverkehr immer noch auf und setzt ein Statement. Die Form wirkt auch noch nach Jahren futuristisch.

Die Übersichtlichkeit lässt aber zu wünschen übrig, ebenso wie der kleine, nur 408 Liter fassende Kofferraum. Das ist technisch bedingt, denn unter der Ladefläche verstecken sich die mächtigen Batterien des Elektro-Antriebs. Auch der Platz im Fond kann länger gewachsene Passagiere auf Dauer nicht zufriedenstellen. Dafür fühlen sich Fahrer und Beifahrer sehr wohl und die Rückenlehnen im Fond lassen sich einfach umklappen.

Geschmackssache ist der futuristische Arbeitsplatz mit dem Digitaltacho und großem Info-Display. Damit lässt sich allerdings der Verbrauch gut beobachten und das wiederum reizt zum Spritsparen – ein wahrhaft ökologisches Spiel.

Motor: Der Motor ist nicht nur das Herzstück des Prius, es ist auch seine Seele. Genaugenommen sind es zwei. Ein 1,5-Liter-Benziner mit 78 PS und ein Elektroantrieb mit 45 PS, so dass der Prius auf eine Gesamtleistung von 113 PS kommt. Das reicht, um in 12 Sekunden Tempo 100 zu erreichen und bis zu 170 km/h schnell zu fahren, dann regelt die Elektronik ab.

Auf schnelles Fahren kommt es aber beim Prius nicht an. Mit vorausschauendem Gleiten, der Kombination von leichtem Gasgeben und "Segeln‘“, kann der Toyota mit unter vier Litern Verbrauch gefahren werden. Aber es geht auch anders: Unter Volllast entwickeln die beiden Herzen ein üppiges Drehmoment von 478 Newtonmeter und machen das Ökomobil zum nicht mehr ganz so sparsamen Stadtflitzer.

Ausstattung/Sicherheit: Die ab 2003 gebaute Generation des Prius ist sicher. Beim Euro-NCAP-Crashtest konnte der Prius mit fünf Sternen überzeugen. Und auch die Ausstattung ist, wie für japanische Autos typisch, schon von Anfang an üppig. Unter anderem sind Bordcomputer, elektrische Fensterheber und eine Zentralverriegelung mit an Bord.

Die Sitze sind sehr bequem und bieten dennoch Seitenhalt. Das Fahrwerk ist allerdings mehr als sehr komfortabel ausgelegt und die Lenkung recht schwammig. Für gemütliche Fahrten in der Stadt muss das aber kein Nachteil sein.

Qualität: Der Toyota Prius ist der Gewinner des TÜV-Report 2011. Und bei den TÜV Hauptuntersuchungen schneidet der Toyota insgesamt sehr gut ab. Das sagt eigentlich schon alles.

Im Detail kann der Japaner vor allem beim Fahrwerk, der Kraftstoffanlage, dem Auspuff und den Bremsen überzeugen. Lediglich bei der Wirkung der Fußbremse ist der Prius schlechter als der Durchschnitt seiner Altersklasse. Bei der Lichtanlage kann es manchmal zu Aussetzern kommen, deshalb sollten Kaufinteressenten die Elektrik genau überprüfen.

Bei Toyota ist der Prius das Fahrzeug mit den geringsten Garantiekosten. Der Hybrid ist also in Sachen Qualität eine gute Wahl.

Fazit: Die Optik muss einem gefallen, und der Fahrer sollte den Prius hauptsächlich in der Stadt einsetzen. Dann aber sind auch die Gebrauchten der zweiten Generation (2003 – 2009) eine gute Wahl.

Große Probleme müssen Käufer nicht erwarten, es sei denn, der Prius wurde schlecht behandelt und sah die Werkstatt nur bei Auslieferung. Regelmäßige Checks vor allem für den elektrischen Teil des Antriebs sollten deshalb von einer Vertragswerkstatt durchgeführt worden und belegbar sein. Dann sind auch die mindestens 8500 Euro, die für gut erhaltende Modelle derzeit verlangt werden, vernünftig angelegt.